Spanniges Pferd – Welche Ursachen gibt es?

Ein entspanntes Pferd unter dem Sattel, welches fein an den Hilfen steht und dessen Rücken locker schwingt, ist stets mit das oberste Ziel einer gelungenen Reitstunde. Doch nicht immer gelingt es dem Reiter, dass das Pferd locker, losgelassen und dabei trotzdem schwungvoll vorwärts geht. Manchmal ist eher das Gegenteil der Fall und das Pferd läuft spannig und klemmig.

Pferd unter dem Reiter

Ursachen für ein spanniges Pferd

Es kann verschiedene Gründe haben, warum ein Pferd spannig und klemmig unter dem Reiter läuft oder sogar Taktfehler auftreten. Der Sitz und die Hilfengebung des Reiters spielen hier unter anderem eine Rolle. Sitzt der Reiter beispielsweise verkrampft auf dem Pferd oder geht in den Bewegungen nicht richtig mit, kann dies die Balance des Pferdes stören. Zudem können falsche, grobe oder abrupte Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen verhindern, dass das Pferd locker und losgelassen läuft.

Auch der Ausbildungsstand eines Pferdes kann relevant sein. Ist das Pferd noch nicht so gut ausbalanciert, hat wenig Kondition oder ist generell noch sehr unerfahren, kann es
mit Trainingssituationen und –aufgaben überfordert sein. Es kann sich verkrampfen und läuft als Folge dessen eher spannig statt locker unter dem Reiter.

Ebenso kann eine schlecht sitzende Ausrüstung ein Grund dafür sein, dass ein Pferd spannig läuft. Auch grobe Verschmutzungen an der Ausrüstung, wie z.B. sandige Gamaschen, können das Pferd stören, wenn diese zu Scheuerstellen führen. Eine saubere und korrekt sitzende Ausrüstung ist deshalb ein wichtiger Faktor.

Unabhängig von Training und Ausrüstung gibt es auch gesundheitliche Aspekte, die dazu führen können, dass das Pferd beim Reiten oder auch in der freien Bewegung spannig und klemmig läuft, wie z.B. Folgende:

Verhärtete Faszienstrukturen

Faszien durchziehen den gesamten Körper eines Pferdes und verbinden auf diese Weise alles miteinander. Das helle Bindegewebe besteht aus Collagenfasern, elastischen Fasern und verschiedenen Zellen und bildet eine netzartige Struktur. Die faszialen Strukturen bilden nicht nur Kapseln, Sehnen und Bänder, sondern umhüllen auch alle Muskeln und Organe. Dadurch werden reibungslose und geschmeidige Bewegungen der Muskulatur überhaupt erst möglich.

Zahlreiche Rezeptoren an den Faszien dienen dem Pferd zur Wahrnehmung der Haltung und Lage des Körpers. Gemeinsam mit dem Sehsinn und dem Gleichgewichtssinn im Ohr sind Faszien dadurch bei Bewegungen auch an der Koordination beteiligt.

Die Fasern der Faszien sind teilweise sehr fein und können durch Über- oder Fehlbelastung, aber auch durch unzureichende Bewegung, miteinander verfilzen und verkleben. Das Gewebe verliert dadurch an Elastizität und kann verhärten. Diese Verhärtungen können zu Verspannungen und Schmerzen führen.

Zum Lösen von verhärteten Faszien kann z.B. eine Faszienmassage mit der VTG Faszienrolle beim Pferd durchgeführt werden.

Die rollenden, schiebenden und drückenden Bewegungen, die durch die Faszienrolle ermöglicht werden, unterstützen das Lösen von Verspannungen und somit die Regeneration der Faszien. Gleichzeitig wird der Flüssigkeitsaustausch der Faszien und damit der Stoffwechsel des Gewebes gefördert.

Locker trabendes Pferd

Smegma-Ablagerungen

Smegma bildet sich in der Schlauchtasche eines männlichen Pferdes und besteht unter anderem aus Talg, abgestorbenen Hautzellen und Urinrückständen. Es lagert sich zwischen der Vorhaut, der Reservefalte und dem Penisschaft ab und bildet gelbe bis schwarze, borkenartige Verkrustungen. Wenn das Pferd ausschachtet, sind diese Smegmakrusten am Schlauch des Pferdes häufig gut zu erkennen.

Werden diese Smegma-Ablagerungen am Schlauch und in der Schlauchtasche nicht entfernt, kann sich das Smegma unter Umständen auch zu harten Smegmasteinen verdichten. Diese können einem Pferd Schmerzen bereiten.

Starke Smegma-Ablagerungen in der Schlauchtasche können Pferde bei Bewegungen stören und dazu führen, dass ein Pferd spannig läuft.
Die betroffenen Pferde sind vor allem häufig in der Hinterhand klemmig. Einige Pferde gehen sogar lahm. Teilweise haben diese Pferde auch Probleme beim Aus- und Einfahren des Schlauches und brauchen dadurch für das Absetzen von Harn mehr Zeit.

Bleibt der natürliche Reinigungsprozess durch einen Deckakt aus, empfiehlt es sich, eine regelmäßige Schlauchpflege bei Wallachen und Hengsten durchzuführen, um die Smegmakrusten zu entfernen. Unsere Ekwi Schlauchpflege bietet hierfür einer schnelle und effiziente Lösung ohne den Gebrauch von Wasser: Mit der beigelegten Dosierspritze kann das milde Pflegemittel sanft in die Schlauchtasche eingegeben werden. Dort fließt die dünnflüssige Ölmischung rasch auseinander und löst vorhandene Smegmakrusten sanft ab.

Produktbild von Ekwi Schlauchpflege