Sommerekzem Symptome beim Pferd erkennen & Auslösern vorbeugen

Wenn die warmen, lauen Sommerabende zu einem wohlverdienten Ausritt in die Natur einladen, wird so mancher Reiter von seinem ungewohnt nervösen Pferd überrascht. Nicht selten endet der Ausritt vorschnell und von Erholung kann für beide Seiten keine Rede mehr sein. Meistens geschieht dies beim Ausritt am Morgen, oder in der Abenddämmerung, bevorzugt an Gewässern, Flüssen, an Waldrändern oder auch an Misthaufen. 

Denn dort trifft man die Gnitzen und Kriebelmücken primär an - die Auslöser der Symptome des Sommerekzems beim Pferd. An Unruhe und starkem Juckreiz, der sich vom Kopf des Pferdes, über die Mähne, bis hin zum Schweif ausbreiten kann, können Sie Ekzemer primär erkennen. Allerdings sind diese Anzeichen des Sommerekzems auch typisch für andere Hauterkrankungen, wie Haarlinge und Räude.

Die Ursache des Sommerekems bei Pferden ist die Sensibilisierung der Pferde auf ein bestimmtes Eiweiß im Mückenspeichel. Strittig ist weiterhin, was genau zu dieser Allergie führt, bevor sie das erste Mal ausgelöst wird. Deshalb kommt es vor allem darauf an, die Symptome rechtzeitig zu erkennen, um dem Leid des Ekzemers möglichst schnell vorbeugen zu können.

Ab jetzt steht die Pflege des Fells und der Haut Ihres Ekzemers im Mittelpunkt. Das ist Grundlage für die Vorbeugung der Symptome des Sommerekzems bei Pferden. Da die Gefahr in Form des Stichs der Culicoides Mücken droht, auf welchen Ekzemer allgergisch reagieren, hat das Fernhalten der Gnitzen und Kriebelmücken für die Vorbeugung oberste Priorität. 

Diagnose: Sommerekzem

Die Diagnose Sommerekzem ist für viele Pferdebesitzer ein großer Schreck, denn ein Urteil des Landgerichts Flensburg besagt, dass die Gebrauchsminderung eines Ekzemers 50 - 100 % des Wertes beträgt. Doch auch für das Pferd selbst, dem oft soviel unserer Liebe zuteil wird, bedeutet das Sommerekzem großes Leid. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch einen Bluttest.

Umso mehr interessiert es viele Pferdebesitzer, wie sie die Symptome erkennen können, um effektiv vorzubeugen. Grundvoraussetzung dafür ist es, die Auslöser und Ursachen des ausgebrochenen Ekzems zu verstehen und wenn möglich zu vermeiden, so gut es geht.

Isländer Pferde auf Koppel

Symptome des Sommerekzems bei Pferden

Die Sommerekzem Symptome, die Sie beim Pferd als erstes erkennen können, sind meistens Resultate des ausgelösten Juckreizes. Wenn Sie also die bekannten Scheuerstellen und Hautverdickungen sehen, wurde Ihr Ekzemer bereits von der Culicoides Mücken gestochen. Wenn Sie folgende Anzeichen entdecken, steht also die Vorbeugung im Mittelpunkt:

  • Hautausschlag (Pusteln)
  • Starker Juckreiz, Unruhe und ständiges Scheuern
  • Haarlose Scheuerstellen
  • Hautverdickung
  • Verkrustungen und Schuppenbildung
  • Offene und blutige Stellen
  • Nässende Wunden
  • Sekundärinfektionen

Übrigens: So können Sie Symptome & Folgen beim Sommerekzem behandeln

So erkennen Sie den Wandel zum Ekzemer rechtzeitig

Zuerst äußert sich der Mückenstich in einem schmerzlosen Hautausschlag, welcher unmittelbar nach dem Insektenstich auftritt. Achten Sie also im Sommer nach jedem Ausritt und bei Offenstallhaltung (oder Weidezeit) auf kleine Pusteln, primär an Stellen mit senkrecht stehender Behaarung, also Schweifrübe, Mähnenkamm und Bauchnaht. Darauf folgt normalerweise nach ein paar Stunden der Juckreiz.

Wenn Sie noch keinen Hautausschlag erkennen können, Ihr Pferd sich aber an diesen Stellen stark scheuert und sehr unruhig ist, so ist auch dies ein deutliches Warnsignal. Auch andere Bereiche des Pferdes können betroffen sein, dieses scheint abhängig von der Mückenart zu sein. Die Symptome entwickeln sich bei Ekzemern erfahrungsgemäß zwischen dem 3. Und 6. Lebensjahr.

Weitere Symptome: Haarausfall und nässende Stellen

Es können sich Knoten unter der Haut bilden, meist nur Stecknadelkopf groß, welche Papeln genannt werden. Das Pferd scheuert sich unentwegt. Kahlgescheuerte, offene Haut birgt die Gefahr der Sekundärinfektion. Leicht können in nässenden oder auch blutigen Wunden zusätzlich Bakterien und Pilze eindringen. Zu diesen Zeitpunkt ist es bereits zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes gekommen. Ein unschöner Kreislauf beginnt, welcher eine zunehmende Beeinträchtigung des Allgemeinzustands und der Wundheilung nach sich zieht. Je nach Ausbreitung des Ekzems ist ein Pferd (dann) nicht mehr reitbar. Bei Ausbruch der Erkrankung ist zunächst eine sichergestellte tierärztliche Diagnose unumgänglich, da bei anderen Hauterkrankungen, verursacht durch Pilze und Parasiten, wie zum Beispiel Milben, Läuse und Haarlinge oder einer Infektion mit dem Fadenwurm (Oxyuris equi/ Schweifscheuern) ähnliche Symptome entstehen können. Bei einem chronischen Verlauf erscheint die Haut häufig verdickt, in Falten gelegt und trocken, ein weiteres Merkmal ist der Haarverlust.

Pferdemähne von Sommerekzem betroffen

Culicoides Mückenstiche als Auslöser des Sommerekzems

Die Übeltäter sind überwiegend die Culicoides-Mücken (Gnitzen) und manchmal die Kriebelmücken (Simulium), aber auch andere Insekten wie z.B. Bremsen können die Sommerekzem Symptome auslösen. Nur die befruchteten, weiblichen Mücken stellen eine Gefahr dar. Während sie stechen, gelangt ihr Speichel in die Haut. Dieser enthält ein Eiweiß, auf welches sensibilisierte Pferde allergisch reagieren. 

Bei einem Allergiker wurden bei Erstkontakt mit den Mücken entsprechende Antikörper gebildet, welche nun eine Ausschüttung bestimmter Botenstoffe (Histamin) zur Folge haben. Meistens beginnen die Symptome also mit der Mückensaison, zwischen April und Oktober

In diesen Monaten schwärmen die Mücken, insbesondere in der Nähe von Gewässern aus und überziehen in der Abenddämmerung unsere Pferde mit Stichen. Vielen Reitern ist in diesem Zusammenhang der Begriff Sommerräude geläufig, wobei diese durch den Befall mit Milben hervorgerufen wird, nicht durch Kriebelmücken oder Gnitzen

Sommerekzem beim Pferd

Weitere Ursachen des Sommerekzems bei Pferden

Die eigentliche Ursache liegt in der Sensibilisierung der Pferde, die zu einer Allergie führt. Und diese wird jeden Sommer auf's Neue ausgelöst, sofern man die Auslöser, also die Mücken, nicht bekämpft bzw. vom Pferd fernhält. Wodurch die Sensibilisierung genau entsteht, ist umstritten. Wahrscheinlich sind es viele Faktoren, die das Risiko steigern, dass Ihr Pferd zum Ekzemer wird. Ein geschwächtes Immunsystem gilt als mitverantwortlich.

Ernährung, Lebensraum und Befinden bzw. Stresslevel des Pferdes haben zusätzlich Einfluss, auf die Entstehung einer Sensibilisierung auf den Speichel der Mückenspezies Culicoides. Stoffwechselstörungen sowie Mangelernährung begünstigen dieses Krankheitsbild zusätzlich. 

Experten nennen auch folgende Ursachen:

  • Zu viel Weidegang auf energie- un eiweißreichen Wiesen
  • Bewegungsmangel
  • Probleme mit der Darmfunktion
  • Stress
  • zu viel Stärke & Kohlenhydrate

Juckreiz ist maßgeblich verantwortlich für den Sommerekzem Krankheitsverlauf

Denn der Stich der Kriebelmücke führt zu einer Sofortreaktion der Haut, meistens in Form einer ödematösen Entzündung, welche starken Juckreiz beim Pferd auslöst. Erst dieser Juckreiz ist es, der für das klassische symptomatische Erscheinungsbild & den Krankheitsverlauf des Sommerekzems verantwortlich ist. Von nun an scheuert sich das Pferd, was zu immer mehr Wunden und geschädigter Haut führt. Teilweise scheuern Pferde sich sogar blutig. Die Haut verdickt sich, der typische wellige Mähnenkamm entsteht. Dies beeinträchtigt die Elastizität und kann zu Einrissen führen, zum Beispiel wenn der Ekzemer den Kopf zum Fressen absenkt. Auch Sekundärinfektionen können auftreten, da das Tier andere Erreger nahezu in die offenen Wunden einmassiert, wenn es sich scheuert.

Wie kann man dem Sommerekzem vorbeugen?

Die Intensität und Häufigkeit des Juckreizes und der gesundheitlichen Folgen, können Sie jedoch beeinflussen und so das Leiden des Ekzemers verringern. Doch die richtige Prävention gegen die Symptome des Sommerekzems erfordert Disziplin und Kontinuität. Ebenso wichtig ist dabei eine ausgewogene und bedarfsgerechte Pferdefütterung

Vorsorgend kommen vor allem Pflegeprodukte und Repellentien in Verbindung mit Ekzemerdecken zum Einsatz. 

Tierärztin Lisa Butterweck fügt hinzu: „Die Vorbeugung umfasst ein weites Spektrum. Es gibt zwei Ziele":

1. Den Kontakt mit den Insekten verhindern und

2. Die Linderung der klinischen Symptomatik

Die Empfehlung zur Vorbeugung des Sommerekzems bei Pferden lautet also im Wesentlichen, die Insekten soweit wie nur möglich fern zu halten und die Haut zu pflegen, so wie das Fell und die aufgescheuerte Pferdehaut bei der Regeneration zu unterstützen. Außerdem sollten Sie vor allem am Morgen und zur Abenddämmerung die Hotspots der Mücken meiden und ihr Pferd während Weidezeit und Ausritt, mit einer Ekzemerdecke oder Repellentien (Fliegenspray) vor Stichen schützen. 

Hotspots der Mücken zur Vorbeugung meiden:

  • Rund um Bäche und Teiche
  • in der Nähe von Misthäufen
  • an Waldrändern

Hautschuppen entfernen und Fell des Pferdes pflegen

Für eine sanfte Pflege der empfindlichen Pferdehaut & des Fells, zur Anregung der Regeneration von Mähne und Fell und um den Juckreiz zu lindern, empfiehlt sich die Anwendung unseres Mittels gegen Sommerekzem & Haarlinge bei Pferden.

Diese cortisonfreie Kombination aus pflegenden Ölen und weiteren Inhaltsstoffen, löst die Hautschuppen und Verkrustungen schonend ab, sodass Sie diese später kinderleicht mithilfe der Auskämmhilfe entfernen können. Schon nach kurzer Zeit wird der Juckreiz spürbar gelindert und der Teufelskreis aus offenen Wunden, Sekundärinfektionen und noch mehr Juckreiz durchbrochen. Der Geruch ist angenehm zitronig und Pferdehalter berichten, dass die Mücken sich erst einmal zurückhalten. Um weiteren Hautirritationen vorzubeugen, sollte mit der Anwendung möglichst zu Beginn der Mückensaison begonnen werden.

Je nach Verlauf und Toleranz des Pferdes haben sich auch Ekzemerdecken mit Kopfschutz bewährt. Ebenso wird eine eiweißarme Fütterung empfohlen und bei Bedarf die Gabe von Zusatzfutter. Um Ihrem Pferd trotz aller Umstände eine artgerechte Haltung zu ermöglichen, können Sie sich das Wissen zunutze machen, dass die Mücken eine windstille, feuchtwarme Umgebung ebenso die Nähe von Misthaufen und Gewässern bevorzugen. Während der Morgen-und Abenddämmerung, sowie nachts, sind sie zudem am aktivsten. Daher empfiehlt es sich, die Weidezeit entsprechend anzupassen, die Pferde über Nacht aufzustallen und die Umgebung wie Koppel, Paddock usw. so sauber wie möglich zu halten.

Wir wünschen Ihrem Vierbeiner beste Gesundheit und im Falle einer Erkrankung am Sommerekzem eine schnelle Genesung und freuen uns bei etwaigen Fragen, Kommentaren oder persönlichen Geschichten über eine Rückmeldung über die Kommentarfunktion oder unser Kontaktformular.

Weitere Hilfe beim Sommerekzem Pferd