Welche Milbenformen gibt es?

Wie Milben entstehen und ob sie für uns Menschen ansteckend sind, erfahren Sie in dieser Übersicht.

Chorioptesmilbe - auch Nagemilbe genannt

Diese Form tritt am häufigsten auf. Sie leben auf der Hautoberfläche und ernähren sich von Hautschuppen. Diese Milbenform siedelt sich im Bereich der Fesselbeuge an und kann sich bis zum Röhrbein ausbreiten. Sie ist nicht humanpathogen. Der Befall tritt überwiegend im Winter auf, die Nagemilben bevorzugen einen starken Fesselbehang. Betroffen sind meist die distalen Gliedmaßen. Zu den Symptomen zählen der bereits genannte Juckreiz, oftmals mit einem Stampfen der Hinterbeine einhergehend, Schuppenbildung sowie knötchenartiger Hautausschlag. Aufgrund des starken Juckreizes benagen sich die Pferde selber. Ein Nässen der Wunde, Krustenbildung und Haarausfall zeigen ein Fortschreiten der Erkrankung. Bakterielle Sekundärinfektionen können die Folge sein. Schlechte Pflege kann die Hauterkrankung stark begünstigen.

Sarkoptesmilbe - auch Grabmilbe genannt

Sie gräbt Gänge durch die Epidermis und ernährt sich von Zellen und Gewebsflüssigkeit, diese Form ist sehr selten. Das Erkrankungsbild ist geprägt von starkem Juckreiz bis hin zur schweren Selbstverstümmelung. Es kommt zur Schuppenbildung, dann Bildung kleiner Knötchen und Pusteln/ Krusten sowie Haarausfall. Optisch wirft die Haut falten, Kachexie und Sekundärinfektionen können die Folgen sein. Der starke Juckreiz beginnt am Kopf, Hals, Widerrist, die Ausbreitung über den gesamten Körper ist möglich; die Beine bleiben meist verschont. Diese Grabmilbe bevorzugt kurz behaarte Stellen des Pferdes. Bei dieser Form handelt es sich um eine Zoonose, sie kann also auf den Menschen übergreifen und ist daher in einigen Ländern anzeigepflichtig.

Psoroptesmilbe - auch Saugmilbe genannt

Diese saugt teilweise Blut und Gewebsflüssigkeit des Pferdes, im Gegensatz zur Sarcoptesmilbe lebt sie auf der Haut, ein Befall mit dieser Milbenform ist jedoch selten. Sie befällt bevorzugt dicht behaarte Körperstellen wie den Mähnenkamm, Schopf-und Schweifansatz, kann sich aber weiter ausbreiten. Sie hat eine hohe Generalisationsneigung, die sogenannte Körperräude. Die Haut erscheint trocken, wie Pergamentpapier, weitere Symptome sind Haarausfall, Krustenbildung, Hautverdickung und die Entstehung bakterieller Sekundärinfektionen.

Pferdeohr mit Milbenbefall

Welche Symptome zeigt ein Pferd, welches an Ohrmilben erkrankt ist?

Verursacher der Ohrräude ist Psoroptes cuniculi. Hier ist die trockene Haut ebenso charakteristisch und dazu noch sehr berührungsempfindlich. Die Ohrräude zeigt sich durch starkes Kopfschütteln des Pferdes und gelegentliches Schiefhalten des Kopfes, sowie scheuern an Gegenständen (Lesen Sie auch den Artikel: Juckreiz).

Weiterführende Informationen zum Milbenbefall