Reitbeteiligung – Warum ich das eigene Pferd teile

06.06.2016 14:30

Im vergangenen Frühjahr kauften wir für meinen 11-jährigen Sohn zusätzlich zu unserem Großpferd ein Deutsches Reitpony. Anfangs konnte ich mir, obwohl ich in Vollzeit berufstätig bin, nicht vorstellen, dass mich die Betreuung der Pferde überfordern könnte. Schon bald merkte ich aber, wie allein der Gedanke an den Stall und die Pferde Stressgefühle bei mir auslösten. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass ich meine Kräfte überschätzt hatte. Daraufhin entschloss ich mich, eine passende zuverlässige Reitbeteiligung für unser neues Pony zu suchen. Bereits zwei Wochen nach einem Aushang am „Schwarzen Brett“ unseres Reitstalls hatte ich ein 14-jähriges Reitermädchen für unser Pony gefunden. Wir vereinbarten mit ihr zunächst einmal einen Probemonat, in dem sie sich zweimal pro Woche um das Pony kümmerte.

Gute Gründe für eine Reitbeteiligung

In den folgenden Wochen merkte ich, wie gut es mir tat, nicht jeden Tag in den Stall zu müssen. Endlich hatte ich wieder mehr Zeit für mich, meine Familie und Freunde. Unsere Reitbeteiligung „in spe“ kümmerte sich von Anfang an,sehr gewissenhaft und liebevoll um unser Pony. Ihre reiterlichen Fähigkeiten waren OK und ihre Eltern akzeptierten eine verbindliche Beteiligung an den Kosten. Nach Abschluss des Probemonats vereinbarten wir eine unbefristete Reitbeteiligung. Inzwischen haben wir sogar eine zweite sehr motivierte Reitpartnerschaft, mit der es ebenfalls sehr gut läuft.

Klare Regeln absprechen – Rechte und Pflichten festlegen

Mein Tipp: Für ein gutes Gelingen der Reitpartnerschaft ist es hilfreich, sich bereits im Vorwege über Rechte und Pflichten zu verständigen.

Klärungsbedarf einer Reitbetiligung:

  • Wie oft und an welchen Wochentagen die Reitbeteiligung das Pferd hat. Danach richtet sich im Normalfall auch die Kostenbeteiligung. Wir haben bei mehreren Reittagen Staffelkosten vereinbart. Meine Reitbeteiligungen und Reitpartner zahlen für mehrere Reittage im Verhältnis weniger als für nur einen Reittag.
  • Festlegen, was erlaubt ist: Unsere Reitpartner dürfen mit dem Pony Dressurreiten, Ausreiten, Longieren und am Boden arbeiten. Springen ist nicht erlaubt. Beide Reitbeteiligungen sind verpflichtet, regelmäßig Reitunterricht zu nehmen, damit sie gemeinsam mit dem Pferd weiterlernen können.
  • Pflichten wie Stalldienst und Pferdepflege verbindlich absprechen. Bei uns sind Ausmisten der Box und Reinigung des Reitzubehörs ebenso wie die Pflege unseres Pferdes an den jeweiligen Reittagen selbstverständlich Aufgabe der Reitbeteiligungen.
  • Des Weiteren ist es wichtig, die Urlaubs- und Krankheitsvertretung vorab zu regeln. Bei mehreren Reitbeteiligungen lassen sich diese Absprachen meist unkompliziert realisieren.

 

Haftungsfragen: Beim Reitunfall richtig versichert

Häufig besiegeln Pferdebesitzer und Reitbeteiligung ihre Vereinbarung ohne schriftlichen Vertrag und Absicherung der Risiken für Pferd und Reiter. Kommt die Reitbeteiligung durch das Pferd zu Schaden, wird der Pferdehalter im ungünstigen Fall von der gegnerischen Krankenkasse oder Haftpflichtversicherung zur Kasse gebeten. Aus diesem Grund sollte man eine zuverlässige Pferdehaftpflicht wählen, bei der die Reitbeteiligung mitversichert ist. Wir konnten bei unserer Versicherung unsere Reitbeteiligungen kostenlos mit anmelden und haben mit beiden zusätzlich einen so genannten „Haftungsausschluss“ vereinbart. Darin verzichtet die Reitbeteiligung auf Ansprüche gegen den Pferdehalter, wegen aller ihr durch das Pferd verursachten Schäden und versichert, dass sie einen eigenen Privathaftpflicht-Versicherungsschutz hat.

Trotz all dieser Tipps und Ratschläge kann man ein Pferd nur teilen, das Verhältnis zwischen Pferdebesitzer und Reitpartner durch gegenseitige Sympathie und Vertrauen geprägt ist.

Autor dieses Artikels: Andrea

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