Knabberspaß für Pferde - Bäume und Sträucher für Pferdekoppeln

19.06.2019 08:44

Bäume und Sträucher an und auf der Weide stellen für Pferde nicht nur Schutz vor Sonne, Regen und Fliegen dar, sie können gleichzeitig eine gute Ergänzung zum Futterplan sein. Sie können dem Pferd wichtige Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine liefern. So kann durch das Anpflanzen der richtigen Gehölze eine „langweilige“, gleichmäßig grüne Weide ganz einfach aufgewertet werden.

Pferd auf einer Weide mit Bäumen und Sträuchern

Das Benagen von Holz ist ein natürliches Verhalten

Pferde lieben es an Holz zu knabbern. Dies ist keineswegs als Unart zu betrachten, sondern gehört zum natürlichen Verhalten eines Pferdes. Ihr Verdauungssystem ist auf die stetige Aufnahme von Futter ausgerichtet. In der freien Wildbahn sind die Steppentiere den Großteil des Tages damit beschäftigt Futter zu suchen. Da energiereiche Weiden in der Steppe nicht vorkommen, können sie keine langen Fresspausen einlegen, sondern müssen stetig Futter aufnehmen. Sie knabbern dabei auch an Gehölzen, um ihren Bedarf an Rohfaser und Nährstoffen zu decken.

Damit Pferde nicht beginnen an Zäunen oder an den Holzbalken im Stall zu nagen, ist neben der ganztägigen Bereitstellung von Raufutter auch das Angebot von Rinde und Zweigen zu empfehlen. Das Beknabbern der Äste dient gleichzeitig der Zahnpflege, bietet eine
gute Beschäftigungsmöglichkeit und fördert das Spielverhalten. Auch einige Blätter, Blüten und Knospen werden von vielen Pferden gerne gefressen.

Da ein übermäßiger Verzehr von Hölzern auf Grund des schwer verdaulichen Ligninanteils in den Fasern zu Verdauungsstörungen führen kann, sollten Äste und Zweige jedoch immer nur in Maßen gefüttert werden. Zudem ist es vor allem bei Pferden mit Zahnproblemen möglich, dass die Gehölze nicht ausreichend zerkaut werden und zu einer Schlundverstopfung führen.

Vorsicht ist auch bei der Auswahl der Gewächse geboten. Nicht jede Pflanze ist für Pferde geeignet!

Welche Gehölze eignen sich für Pferde?

Je nach Standort kann die Auswahl der richtigen Gehölze unterschiedlich sinnvoll sein. Einige Bäume bevorzugen feuchte Böden, andere wiederum wachsen an trockenen Standorten besser. Einige für Pferde geeignete Gehölze sind:

Bäume:

  • Weide (Salix sp.)
  • Pappel (Populus sp.)
  • Birke (Betula sp.)
  • Linde (Tilia sp.)

Auch Obstbäume wie Birne und Apfel sind gern genommene Gehölze für Pferde. Um Verdauungsprobleme (Kolik) durch zu große Mengen gefressene Früchte zu vermeiden, sollte das Fallobst jedoch lieber abgesammelt werden. Da einige Pferde Obst zu hastig verspeisen, besteht außerdem die Gefahr der Schlundverstopfung oder das versehentliche Verschlucken von Wespen, die durch die süßen Früchte angelockten werden.

Alternativ können die Obstbäume deshalb auch außerhalb der Koppel gepflanzt und nur die Äste, die beim Beschnitt abfallen, den Pferden zum Knabbern zur Verfügung gestellt werden. So schützt man gleichzeitig die Rinde des Stammes vor Verbiss und verhindert, dass der Baum eingeht.

Bei Pflaumen und anderem Steinobst besteht die Gefahr, dass die Pferde die großen Kerne verschlucken, was ebenfalls zu Verdauungsproblemen oder Schlundverstopfung führen kann!

Bäume dienen auf der Koppel außerdem als Schattenspender und Regenschutz. Auch Reithallen und Ställe können mit Bäumen und Sträuchern beschattet und somit im Sommer besser kühl gehalten werden.

Pferde zwischen Obstbäumen

Sträucher / Hecken:

  • Apfelrose (Rosa rugosa)
  • Hundsrose (Rosa canina)
  • Haselstrauch (Corylus avellana)
  • Weißdorn (Crataegus sp.)
  • Schlehdorn (Prunus spinosa)

Sträucher und Hecken bieten nicht nur den Pferden etwas Abwechslung auf dem Speiseplan, sie können gleichzeitig auch gut als optische Aufwertung der Hofanlage dienen und bieten Insekten, Vögeln und kleinen Nagetieren Unterschlupf und Nahrung. Viele Stallbesitzer pflanzen daher verschiedene Hecken als Umrandung von Koppeln und Reitplätzen.

Beerenfrüchte:

  • Brombeeren
  • Himbeeren
  • Johannisbeeren

Auch bei der Anpflanzung von diesen Beeren gilt, dass zu große Mengen davon zu Verdauungsproblemen (Kolik) beim Pferd führen können. Wenn die Pflanzen reichlich Früchte tragen, sollte der Großteil vorsorglich abgeerntet werden.

Achtung: Um Vergiftungen durch die Auswahl der falschen Gehölze ausschließen zu können, sollte im Zweifel stets ein Experte um Rat gefragt werden. Viele unscheinbar aussehende Pflanzen, können für Pferde ungesund oder sogar stark toxisch sein. Diese Übersicht wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ferner werden die Angaben ohne Gewähr gemacht!

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Autor dieses Artikels: Isabella

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