Diagnose und Behandlung der Räude bei Pferden

Ihr Tierarzt wird mittels eines Hautgescharbsels bei einer Laboruntersuchung die Diagnose stellen. Dies erfolgt in einer mikroskopischen Untersuchung. Dafür kratzt der Arzt winzige Hautproben an den sichtbar befallenen Hautstellen ab, um dann unter dem Mikroskop den genauen Milbentyp zu bestimmen. So kann die Therapie der Milben neben der pflegenden Hautpflege zusätzlich auf die tatsächliche Milbenform ausgerichtet werden. Zusätzlich wird eine Besiedelung mit Bakterien und Pilzen gegebenenfalls gezielt mitbehandelt. Zur Behandlung werden sogenannte Akarizide / Antiparasitika, je nach Milbenart auch Avermectine (Ivermectin) eingesetzt. Je nach Begleit-/ Sekundärinfektion wird es nötig sein, ein Antibiotikum (gegen Bakterien wirksam) und/ oder ein Antimykotikum (gegen Pilze wirksam) einzusetzen. Die Behandlung mit den entsprechenden chemischen Wirkstoffen kann beispielsweise mit einer Paste erfolgen, diese wird dem Pferd direkt ins Maul gegeben. Das Auftragen von Salben hat sich bei der lokalen Anwendung bewährt, aber auch Sprays oder komplette Waschungen kommen zum Einsatz

Wichtig zu erwähnen ist, dass mühsam der gesamte Bestand behandelt werden muss. Um ein erneutes Ausbrechen zu vermeiden, muss ebenso an die Nachbehandlung gedacht werden, da auch die später geschlüpften Eier abgetötet werden müssen. Sattelzeug, Reinigung & Pflege der Putzutensilien sollten desinfizierte werden, und zudem sollte die Box eine Zeitlang leer stehen. Somit handelt es sich um einen langwierigen Prozess. Immunstimulierende Maßnahmen wie die Eigenblutbehandlung und die Homöopathie werden in der Fachliteratur ebenfalls beschrieben.

Disziplin ist bei der Bekämpfung dieser Plagegeister leider unumgänglich, Sie haben unser vollstes Mitgefühl! Mit der Liebe zu Ihrem Gefährten werden Sie jedoch auch diese schwierige Zeit meistern und gemeinsam durchstehen! Wir wünschen Ihnen gute Besserung!