Bakterielle Blasenentzündung bei Katzen

Bei Katzen, die unter einer bakteriellen Blasenentzündung leiden, wird das Absetzen des Urins zu einer schmerzhaften Angelegenheit.

Wie sich eine bakterielle Blasenentzündung bei Katzen äußern kann und warum auch hier die weiblichen Tiere häufiger betroffen sind, wird im nachfolgenden Text erläutert.

Katze sitzt auf einer Wiese in der Sonne

Ursachen einer bakteriellen Blasenentzündung bei Katzen

Eine bakterielle Blasenentzündung (Zystitis) entsteht, wenn Fäkalbakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen, durch die Harnröhre in die Blase gelangen. Verschiebt sich das Gleichgewicht aus Abwehrmechanismen und Erregern, haben es die Bakterien leicht, sich in der Blase anzusiedeln und zu vermehren. Meist sind Escherichia coli Bakterien (E. coli) die Verursacher der schmerzhaften Entzündung.

Bei Katzen tritt eine Blasenentzündung häufiger auf als bei Katern. Sie besitzen eine kürzere und breitere Harnröhre, was den Bakterien das Eindringen in die Blase erleichtert. Zudem ist der Abstand zwischen der Harnröhrenöffnung und After geringer.

Durch eine Erkrankung wie Diabetes mellitus, kann die Entstehung einer bakteriellen Blasenentzündung begünstigt werden. Der erhöhte Zuckergehalt im Urin fördert die Vermehrung der Bakterien.

Eine bakterielle Blasenentzündung kann bei Katzen auch durch z.B. Viren, Pilze oder durch die Bildung von Harnkristallen oder Harnsteinen entstehen. Auch anatomische Veränderungen können die Ursache von Beschwerden sein. Aus diesem Grund sollte bei Harnwegsproblemen Rücksprache mit einem Tierarzt gehalten werden!

Symptome einer bakteriellen Blasenentzündung bei Katzen

Katzen, die unter einer bakteriellen Blasenentzündung leiden, setzen in kurzen Abständen immer wieder Harn ab. Dabei kommen jedoch nur wenige Tropfen Urin heraus. Die Katzen versuchen manchmal den Urin regelrecht herauszupressen, krümmen den Rücken und geben teilweise sogar Schmerzlaute von sich.

Der Urin kann optisch verändert sein (teilweise sogar blutig) und riecht strenger als normalerweise. Durch die Entzündung kann eine plötzliche Inkontinenz auftreten, sodass selbst stubenreine Katzen Urin außerhalb ihrer Katzentoilette absetzen. Einige Katzen belecken die Genitalregion auch übermäßig.

Die möglichen Symptome nochmal in Kurzform zusammengefasst:

  • Häufiges Harnabsetzen
  • Nur geringe Mengen Urin trotz starkem Pressen
  • Aufgewölbter Rücken
  • Schmerzlaute
  • Urin hinsichtlich Farbe, Geruch und / oder Konsistenz verändert
  • Plötzliche Stubenunreinheit / Inkontinenz
  • Belecken der Genitalregion

Behandlung einer bakteriellen Blasenentzündung bei Katzen

Der Tierarzt kann durch eine Untersuchung des Urins abklären, ob Bakterien enthalten sind und um welche Art es sich handelt. Dementsprechend wird dann meist mit einem Antibiotikum oder auch mit Schmerzmitteln behandelt.

Wird eine bakterielle Blasenentzündung nicht behandelt, kann eine sogenannte Nierenbeckenentzündung die Folge sein. Sie entsteht, wenn die Bakterien aus der Blase zu den Nieren hochwandern. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Blasenentzündung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Besteht der Verdacht auf Harnsteine oder Fehlbildungen der Harnwege kann z.B. durch eine Ultraschall- oder Röntgenaufnahme abgeklärt werden, was die Ursache für die Probleme ist. In diesen Fällen ist eine umfangreichere Behandlung notwendig.

Unterstützung bei bakterieller Blasenentzündung

Eine Katze, die unter einer bakteriellen Blasenentzündung leidet, kann auf verschiedene Weise unterstützt werden:

Wasser

Die betroffenen Tiere sollten möglichst viel trinken! Dadurch wird die Blase gut durchgespült und viele Bakterien auf diesem Wege beseitigt. Hier gibt es Tipps, wie die Katze zum Trinken animiert werden kann.

Zusätzlich kann das Futter von Trocken- auf Nassfutter umgestellt oder das Trockenfutter mit etwas Wasser befeuchtet werden, um der Katze auf diesem Wege mehr Flüssigkeit zuzuführen.

D-Mannose

Bei einer bakteriellen Blasenentzündung kann D-Mannose zur Unterstützung gefüttert werden.

E. coli Bakterien können sich an freie D-Mannose im Urin binden und werden gemeinsam mit dem Zucker ausgeschieden. So kann D-Mannose ernährungsphysiologisch die Ausscheidung der Bakterien unterstützen.

Wärme

Bei einer bakteriellen Blasenentzündung ist Wärme sehr angenehm. Zugluft, Nässe und Kälte sollte vermieden werden, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu schwächen.

Häufiges Pinkeln

Da die Katze ihren Urin durch die Entzündung nicht lange halten kann, wird sie öfter mal „müssen“. Das Katzenklo sollte in dieser Phase mehrmals täglich gereinigt werden.

Katze trinkt Wasser
Bei Katzen mit bakterieller Blasenentzündung sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Vorbeugung von bakterieller Blasenentzündung bei Katzen

Generell hilft eine regelmäßige Wasseraufnahme die Gefahr der Entstehung einer bakteriellen Blasenentzündung zu vermindern. Wird die Blase gut „gespült“, haben es Bakterien schwerer sich anzusiedeln.

Damit eine bakterielle Blasenentzündung nicht so schnell entsteht, sollte besonders bei empfindlichen Katzen darauf geachtet werden, dass sie Nässe, Zugluft und Kälte nicht zu lange ausgeliefert sind. Eine Unterkühlung durch durchnässtes Fell kann das Immunsystem schwächen.

Weitere Faktoren die das Immunsystem beeinflussen können sind hier beschrieben.