Orientierungssinn – Das Revier einer Katze

08.08.2018 13:10

Katzen verfügen über einen sehr guten Orientierungssinn. Sie legen in ihrem großen Revier weite Strecken zurück. Manche Katzen sind sogar tagelang unterwegs und finden dennoch den Weg zurück nach Hause. Doch wie schaffen es Katzen sich auch in unbekanntem Gebiet nicht zu verlaufen?

Katze auf einer Wiese

Warum finden Katzen immer nach Hause?

Was genau den guten Orientierungssinn einer Katze ausmacht, ist immer noch nicht genau geklärt. Wissenschaftler sind sich jedoch einig, dass eine gute Prägung auf den Heimatort die Basis ist. Die Katze muss ihr Revier als Zuhause ansehen, welches ihr einen Rückzugsort bietet, zu dem sie zurückkehren möchte. Aus diesem Grund sollte eine neue Katze nach ihrem Einzug anfangs nur im Haus gehalten werden (ca. 4-6 Wochen). So kann sie diesen in Ruhe erkunden und als neues Zuhause anerkennen.

Nimmt man den Bezug zum Revier als Grundlage, ergeben sich verschiedene Theorien, wie eine Katze den Weg nach Hause immer wiederfindet:

Die Magnetfeld-Theorie

Bei dieser Theorie gehen Wissenschaftler davon aus, dass sich Katzen an den Magnetfeldern der Erde orientieren. Dieses Verhalten („Magnetsinn“) hat man bei Vögeln, einigen Fischarten und bei Schnecken bereits nachgewiesen.

Die Hörbilder-Theorie

Bei dieser Theorie sehen Wissenschaftler den hervorragenden Hör-, Geruchs- und Sehsinn der Katze als Ursache für die gute Orientierung. Sie gehen davon aus, dass Katzen sich die Geräusche, Gerüche und Bilder ihrer Heimat genau einprägen und sich sogenannte „Hörbilder“ abspeichern. Sind sie weit von ihrem Revier entfernt, können sie gezielt auf die abgespeicherten Eindrücke, wie z.B. das Geräusch der Kirchenglocken oder den Duft des Blumenbeetes vor dem Haus, zulaufen.

Die Sonnen-Theorie

Hier existiert die Annahme, dass Katzen sich am Stand der Sonne orientieren. Dabei merken sie sich den Stand der Sonne in ihrer Heimat zu verschiedenen Tageszeiten. Diese Fähigkeit wird „Astronavigation“ genannt und wurde bei Vögeln beobachtet.

Die Morphisches Feld-Theorie

Bei dieser Theorie spielt die Prägung auf das Zuhause eine besonders große Rolle. Es wird angenommen, dass die Katzen eine enge Vertrautheit und Verbindung zum Heimatort aufbaut: Ein sogenanntes „morphisches Feld“. Dieses Feld ermöglicht eine Art telepathische Kommunikation mit ihrem Zuhause. So wird ihnen der Weg nach Hause geleitet.

Wie groß ist das Revier einer Katze?

Wie groß das Revier einer Katze wirklich ist, kann mit Hilfe eines kleinen GPS-Trackers, der an einem Halsband befestigt wird, ermittelt werden. Viele Besitzer sind erstaunt, wie weit ihre kleinen Tiger teilweise tatsächlich laufen.

Der Radius einer normalen kleinen Runde rund ums Haus beträgt meist nur knapp 50 Meter. Während einer ausgedehnten Jagd- und Erkundungsrunde entfernen sich einige Katzen aber auch gerne mal 0,5 bis 1 Kilometer vom Zuhause.

Unkastrierte Kater besitzen meist ein größeres Revier als Katzen, da sie auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen sind. Zudem gibt es Unterschiede zwischen Stadt- und Landkatzen. Durch die dichtere Bebauung haben Katzen in Städten meist nur ein kleines Revier von 1.500 bis 2.000 Quadratmetern. Ländlich wohnende Katzen können schon mal ein Revier von 60.000 Quadratmeter ihr Eigen nennen und laufen in einer Nacht teilweise auch mal 10 Kilometer Wegstrecke ab.

Wie weit die maximale Entfernung vom Zuhause sein darf, damit eine Katze noch zurück findet, ist unbekannt. In einem Experiment wurde eine Katze 30 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt ausgesetzt und fand in nur wenigen Stunden den Weg zurück. In einigen Presseschlagzeilen findet man jedoch auch immer mal wieder Geschichten, wo von Katzen berichtet wird, die mehrere tausend Kilometer zurückgelegt haben, um wieder nach Hause zu kommen.

Wenn meine Katze nicht nach Hause findet

Trotz des guten Orientierungssinns finden Katzen leider nicht immer den Weg zurück nach Hause. Es besteht immer die Gefahr, dass eine Katze während ihres Streifzuges verletzt oder versehentlich irgendwo eingesperrt wird.

Ausgebüxte Stubenkatzen haben es besonders schwer, da sie nicht mal die Umgebung direkt am Haus kennen und die ungewohnte Situation ihnen Stress bereitet.

Sollte Ihre Katze verschwunden sein, ist es immer wichtig, erstmal Ruhe zu bewahren! Bevor sie die Umgebung draußen auf den Kopf stellen, beginnen sie erstmal damit das Haus innen abzusuchen. Selbst in Räumen die man bereits abgesucht hatte gibt es meistens immer noch ein Versteck, in die eine Katze hineingekrochen sein könnte. Sie finden in den winzigsten Löchern Platz und stehlen sich unbemerkt an einem vorbei. Beliebt sind oft Verstecke unter Möbeln, in Schränken oder sogar hinter dem Schrank einer Einbauküche! Suchen Sie vor allem auch Kellerräume, den Dachboden und Geräteschuppen ab. Diese Orte bieten ideale Versteckmöglichkeiten für die kleinen Tiger.

Ist die Samtpfote dort nicht zu finden, kann die Suche auf den Außenbereich ausgedehnt werden:

  • suchen sie die Umgebung im Umkreis von maximal 500 Metern ab (meist laufen Katzen nicht sofort weit weg)
  • kontrollieren sie Garagen und Gartenhütten (auch die der Nachbarn), denn nicht selten werden Katzen versehentlich eingesperrt
  • suchen sie die Bäume ab; viele Katzen klettern in Panik hinauf, kommen aber nicht von alleine wieder herunter
  • klappern sie mit der Futterschale, rufen sie ihre Katze und machen sie vertraute Geräusche, die die Katze wiedererkennt
  • suchen sie auch nachts, wenn mehr Ruhe herrscht und ihre Rufe besser zu hören sind
  • verängstigte Katzen miauen oft nicht um auf sich aufmerksam zu machen, sondern sitzen still in ihrem Versteck; suchen sie daher auch sehr kleine Schlupflöcher ab
  • ist die Katze kurz nach einem Umzug entlaufen, hilft es, zum alten Wohnsitz zu fahren und dort die Gegend abzusuchen, wenn dieser weniger als 5 km entfernt liegt (viele Katzen zieht es in ihr altes Revier, wenn sie das neue Zuhause noch nicht akzeptiert haben)
  • fragen Sie in den umliegenden Tierheimen nach, ob ihre Katze dort abgegeben wurde; auch beim örtlichen Tierarzt werden hin und wieder entlaufene Tiere kurzzeitig aufgenommen
  • bleibt die eigene Suche erfolglos, kann das Aufhängen von Suchzetteln (Steckbriefe) helfen
Autor dieses Artikels: Isabella

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