Katzenminze – Warum lieben Katzen die Pflanze so?

05.11.2019 15:09

Katzen haben einen feineren Geruchssinn als wir Menschen und nehmen Gerüche dadurch viel intensiver wahr. So kann der Duft einiger Pflanzen auf Katzen eine besondere Wirkung haben. Zu diesen Pflanzen gehört unter anderem die Katzenminze.

Katze vor einer Pflanze Katzenminze

Was ist Katzenminze?

Katzenminze (lat. Nepeta cataria) ist eine krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Sie wird umgangssprachlich auch als Katzenkraut, Katzenmelisse oder Steinmelisse bezeichnet. Im deutschen Sprachgebraucht wird sogar häufig die englische Bezeichnung „Catnip“ verwendet.

Katzenminze erreicht eine Wuchshöhe von 50 bis 100 cm. Am behaarten Stängel sitzen kleine, herz-eiförmige, gezahnte, filzig behaarte Blätter. In der Zeit von Juli bis September trägt die Pflanze lila-blaue, teilweise auch weiße oder rosafarbene Blüten. Die Pflanze ist unter anderem in Europa, Asien und Afrika verbreitet.

Der Geruch der Katzenminze kann, aus menschlicher Sicht, als aromatisch und pfefferminzartig beschrieben werden.

Warum ist Katzenminze für Katzen so anziehend?

Katzenminze enthält unter anderem die Stoffe Actinidin und Nepetalacton. Diese sind den Sexuallockstoffen (Pheromonen) sehr ähnlich, die eine rollige Katze verströmt.

Trotzdem reagieren nur ungefähr 50% der Katzen überhaupt auf den Geruch von Katzenminze. Besonders junge oder sehr alte Katzen, zeigen häufig kein Interesse an der Pflanze. Obwohl die Stoffe, denen eine anziehende Wirkung auf unsere Stubentiger nachgesagt wird, mit den Sexuallockstoffen von Katzen vergleichbar sind, zeigen jedoch auch viele kastrierte Katzen eine Reaktion auf Katzenminze.

Welche Wirkung hat Katzenminze auf Katzen?

Die genaue Wirkung von Katzenminze auf Katzen konnte wissenschaftlich noch nicht im Detail geklärt werden. Katzenminze scheint jedoch meist eine beruhigende, entspannende, oft auch eine euphorisierende Wirkung auf Katzen zu haben. Sie wälzen sich teilweise verträumt darin herum oder reiben ihren Kopf an der Pflanze.

Dennoch kann es vorkommen, dass eine Katze auf Katzenminze gar nicht oder sogar mit aggressiven Verhalten reagiert. Im letzteren Fall sollte auf die Verwendung von Katzenminze verzichtet werden!

Wie kann Katzenminze angewendet werden?

Auf Grund der beruhigenden Wirkung wird Katzenminze beispielsweise genutzt, um Stress zu reduzieren. Dies kann ein Vorteil sein, wenn die Gemüter bei einer Katzenzusammenführung beruhigt werden müssen. Der Duft kann für eine entspannte Atmosphäre sorgen.

Scheue Katzen sollen durch den Duft von Katzenminze schneller zutraulich werden und die Gewöhnung von Katzen an eine furchteinflößende Transportbox kann mit Katzenminze etwas entspannter vorangehen.

Auch zur Umlenkung der Aufmerksamkeit wird Katzenminze genutzt. Kratzt die Katze beispielsweise gerne an Möbeln, kann der Kratzbaum für eine Katze durch das Verstreuen von Katzenminze oft wesentlich attraktiver werden, sodass sie das Mobiliar dadurch vermutlich in Zukunft verschont.

Ungeliebtes Spielzeug kann durch Katzenminze interessanter gestaltet werden und den Spieltrieb fördern.

Katzenminze ist unter anderem als Topfpflanze, zum Streuen in getrockneter Form, als Spray oder als Füllung in einem Spielzeug erhältlich.

Nahaufnahme von Katzenminze

Kann Katzenminze schädlich für Katzen sein?

Katzenminze wird, genau wie Baldrian, als „Katzendroge“ bezeichnet. Auch wenn die Verwendung von Katzenminze im Allgemeinen keine gesundheitliche Gefahr darstellt, wird von einer Dauernutzung abgeraten.

Wird eine Katze ständig dem betörenden Duft der Pflanze ausgesetzt, kann dies Stress und Unruhe auslösen. Zudem kann ein Gewöhnungseffekt eintreten, der zu einer Art Entzugserscheinung führt, wenn die Katzenminze zu einem späteren Zeitpunkt doch aus der Umgebung der Katze entfernt wird. Durch den zeitlich begrenzten Einsatz von Katzenminze bleibt die Pflanze hingegen etwas Besonderes.

Bei längerer Anwendung von Katzenminze ist es sogar möglich, dass die Katzen in die Wohnung urinieren, um so den Geruch der Pflanze zu überdecken. Sie versuchen so, auf ihre Art, die Wohnung geruchsmäßig wieder in Ordnung zu bringen.

Katzenminze ist im Grunde für Katzen nicht giftig. Das gelegentliche Knabbern an der Pflanze ist deshalb meistens unbedenklich. Die Tiere versuchen selten die Pflanze zu fressen, da der Geruch, jedoch nicht der Geschmack, für Katzen anziehend ist. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht zu viel davon aufnehmen, sondern es bei einem zeitlich und mengenmäßig, begrenzten „Knabberspaß“ bleibt. Frisst die Katze zu viel Katzenminze, kann es sonst unter Umständen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Autor dieses Artikels: Johanna

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