Drohung oder Stretching - Welche Bedeutung hat der Katzenbuckel?

06.02.2019 10:04

Tiere kommunizieren viel mehr über Körpersprache und weniger über Lautäußerungen als wir Menschen. Um das Verhalten unserer vierbeinigen Stubentiger besser zu verstehen, hilft es sich deswegen die Körpersprache der Tiere genau anzusehen. So kann ein nach oben gewölbter Rücken, genannt „Katzenbuckel“, nicht nur eine, sondern sogar mehrere Bedeutungen haben. Je nach Situation kann es für den Tierhalter also nützlich sein, diese Körperhaltung richtig zu interpretieren, um besser auf die Bedürfnisse der Katze eingehen zu können.

Katze macht einen Buckel zur Abwehr
Durch das Aufwölben des Rückens und die aufgestellten Haare versucht eine Katze größer zu wirken und ihren Angreifer abzuschrecken.

Angst / Drohung

Die Bedeutung des Katzenbuckels die den meisten bekannt ist, ist die Drohgebärde. Wenn eine Katze z.B. von einem Artgenossen bedroht wird und Angst hat, wölbt sie den Rücken stark nach oben. Gleichzeitig werden die Haare aufgestellt, die Ohren angelegt und manchmal sogar geknurrt.

Durch den Buckel und das Aufrichten der Haare versucht die Katze größer zu wirken, als sie tatsächlich ist, um damit den Gegner abzuschrecken und einen Kampf zu vermeiden.

Kuschelzeit

Eine Katze, die Aufmerksamkeit möchte, streicht gerne um die Beine, um zu signalisieren: „Hey, ich bin hier und ich möchte gestreichelt werden!“

Wenn einer Katze die Streicheleinheiten gefallen reckt sie sogar den Kopf in Richtung Hand und wölbt den Rücken auf, wenn man darüber streichelt.

Katze sucht Aufmerksamkeit des Menschen
Wenn eine Katze Aufmerksamkeit sucht, reckt sie einem oft nicht nur den Kopf, sondern auch den Rücken entgegen.

Spielzeit

Auch beim Spielen mit der Katze kann man manchmal beobachten, dass der Rücken nach oben gewölbt wird. Je mehr man die Katze, z.B. mit einem Jagdspielzeug anstachelt, desto mehr begibt sich die Katze oft in eine ähnliche Angriffshaltung, wie vor einem richtigen Gegner. Sie droht ihrem Spielzeug spielerisch.

Typisch ist auch der seitliche Gang, den eine Katze im Spielmodus mit aufgerichtetem Buckel an den Tag legt. Vorsichtig wird an das Spielmaus-Opfer herangetippelt, um es dann zu attackieren.

Die Katze macht den Buckel hier jedoch nicht aus Angst. Da sie jedoch auf „Spielzeug-Jagd“ ist, nimmt sie automatisch ihre Körperhaltung ein, die sie auch bei einem Angriff auf einen realen Gegner einnehmen würde.

Strecken

Nach einem schönen Nickerchen erstmal richtig strecken und dehnen! Das tun viele Katzen nach dem Aufstehen gern. Hierbei werden nicht nur die Beine lang ausgestreckt, sondern auch der Rücken als Buckel nach oben gewölbt und somit gedehnt.

Sogar beim Yoga wurde eine Übung nach dem Katzenbuckel benannt. Sie dient der Dehnung des Rückens, der Stärkung des Wirbelsäulenbereichs und soll gegen Verspannungen im Nacken helfen.

Katzen scheinen wohl zu wissen, wie sie sich locker und beweglich halten.

Katze streckt sich nach Nickerchen
Yoga nach Katzenart: Nach einem Schläfchen werden Beine und Rücken erstmal ausgiebig gestreckt.

Revier markieren

Bei unkastrierten Katern und Katzen kann man das Aufwölben des Rückens beobachten, wenn sie ihr Revier mit Duftmarken markieren. Sie platzieren ihr Hinterteil vor einem Objekt, recken den Schwanz in die Höhe, machen einen leichten Buckel und setzen ihre Urinmarkierung ab.

Paarungsbereitschaft

Ähnlich wie beim Markieren des Reviers, setzen paarungsbereite Kater und Katzen ihre Duftspuren aus Urin ab. Die Körperhaltung ist die gleiche, das Ziel der Markierung ist hier jedoch, die Aufmerksam von anderen Artgenossen zu erlangen.

Autor dieses Artikels: Johanna

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