Fellwechsel bei Katzen – eine haarige Angelegenheit

07.04.2017 06:55

Zweimal im Jahr findet bei Katzen der Fellwechsel statt. Dieser hormonell bedingte Vorgang führt besonders im Frühjahr zu einer wahren Fell-Flut. Es muss mehr Fell abgestoßen werden als im Herbst, um die dichte Unterwolle loszuwerden. Viele Katzenliebhaber sagen zwar, dass Sie ohne ein paar Katzenhaare sowieso nicht richtig angezogen wären, allerdings möchte aber dann doch niemand ganze Fellknäule auf seinem Frühstücksbrot.

Katze mit Bürste

Wie merken Katzen, dass sie mit dem Fellwechsel beginnen müssen?

Den primären Einfluss auf den Beginn des Fellwechsels hat die Tageslichtlänge. Der Melatoninspiegel im Organismus ist im Winter dauerhaft erhöht. Werden die Tage im Frühjahr wieder länger, wird die Bildung von Melatonin, umgangssprachlich auch „Schlafhormon“ genannt, gemindert. Durch den sinkenden Melatoningehalt im Frühjahr, wird dem Körper der Startschuss für den Fellwechsel gegeben. Die Temperatur hat lediglich auf die Dauer des Fellwechsels und auf die Dichte des Haarkleides einen Einfluss.

Gibt es Unterschiede zwischen Freigängern und reinen Wohnungskatzen beim Fellwechsel?

Ja die gibt es! Reine Wohnungskatzen haaren oftmals das ganze Jahr über leicht. Grund dafür ist, dass ihre Tageslichtdauer sich durch das künstliche Licht kaum verändert. Auch die Temperatur bleibt in der Wohnung meist nahezu gleich. Sie sind keinen klimatischen Veränderungen ausgesetzt, wie Katzen, die täglichen Freigang bekommen. Trotzdem haaren sie im Sommer etwas mehr als sonst. Die einfallende Sonne bringt die Wohnung auf höhere Temperaturen, als unsere Heizung es tun würde.

Wie kann ich meine Katze beim Fellwechsel unterstützen?

  • Um dem Fell-Chaos Herr zu werden, ist regelmäßiges Bürsten der Katze unumgänglich. Es gibt für jede Fellbeschaffenheit spezielle feinzinkige Kämme und Bürsten mit abgerundeten Zinken.
  • Das Ausbürsten der losen Haare verhindert auch, dass Ihre Katze diese beim Putzen verschluckt und große Haarballen den Verdauungstrakt verstopfen oder wieder hochgewürgt werden müssen.
  • Besonders das Fell langhaariger Katzen neigt dazu, schnell zu verfilzen. Dies führt häufig zu Juckreiz , da Ektoparasiten sich leicht einnisten können. Deswegen ist die stetige Fellpflege hier besonders wichtig, nicht nur während des Fellwechsels!
  • Regelmäßiges Bürsten entfernt nicht nur lose Haare, es regt auch die Durchblutung der Haut und den Kreislauf an und unterstützt Ihren Liebling auf natürliche Weise beim Fellwechsel. Hier eignen sich vor allem Massagehandschuhe mit weichen Noppen.

Die richtige Ernährung während des Fellwechsels

  • Die Ergänzung des Futters durch ausgewählte Öle mit hohem Anteil ungesättigter Fettsäuren, wie z.B. Lebertran, fördert den Stoffwechsel der Haut und erleichtert den Fellwechsel.
  • Ein erhöhter Faseranteil im Futter ist hilfreich, um verschluckte Haare besser ausscheiden zu können. Durch das Bereitstellen von Katzengras, kann Ihre Fellnase diesen Bedarf individuell abdecken.
  • Malzprodukte sorgen ähnlich wie Katzengras dafür, dass verschluckte Haare besser ausgeschieden werden können bevor sie verkleben und gefährliche Haarballen im Verdauungstrakt formen.
  • Während des Fellwechsels steigt der Bedarf an Proteinen, Kupfer, Zink und Vitaminen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt, ob Ihre Katze durch ihr Futter optimal versorgt wird.

Heuschnupfen im Frühling

Neben dem Fell-Chaos plagt einige Katzen während des Fellwechsels noch was ganz anderes: Heuschnupfen! Ja, auch Katzen können Heuschnupfen bekommen. Wie Menschen, sind auch sie besonders im Frühling davon betroffen. Wenn Sie bei Ihrem kleinen Tiger häufiges Niesen und tränende, rote Augen beobachten sollte eine Vorstellung beim Tierarzt erfolgen. Dieser kann durch einen Bluttest ermitteln, ob es sich um eine Pollenallergie handelt.

Kommt gut durch den Fellwechsel! Eure Isabella

Autor dieses Artikels: Isabella

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