Fellpflege bei Langhaarkatzen – ein Erfahrungsbericht

06.04.2016 17:42

Kater Willi, seines Zeichens stolzer Perser, ist ein echter Schmusekater: Stundenlang kann er sich Kopf und Bauch kraulen lassen und vergisst als Dankeschön auch das laute Schnurren nicht. Doch wehe, ich rücke ihm statt mit bloßer Hand mit Kamm und Bürste zu Leibe, dann ist er wie ein geölter Blitz unter dem nächsten Möbelstück – und mit dem Schnurren ist es fürs Erste auch vorbei. Dabei ist doch überall zu lesen, wie wichtig die Fellpflege der Katze ist. Doch anders als die Kurzhaarkatzen, die mit ihrer Fellpflege im Großen und Ganzen alleine zurechtkommen, fällt die Pflege der Langhaarkatzen in die tägliche Pflicht ihrer Besitzer. Schade nur, wenn dieser Service nicht so gut ankommt wie die tägliche Futtergabe.

Fellpflege bei Langhaarkatze Maine Coone

Verfilzen sollte das Fell der Langhaarkatze nämlich auf keinen Fall. Zum einen bilden sich unter solchen Verfilzungen schneller Hauterkrankungen, zum anderen können schon kleine Knoten ziepen, also der Katze dauerhaft Schmerzen bereiten. Und ist das Haar erst einmal gründlich verknotet und verfilzt, hilft oft nur noch die komplette Schur, die der Tierarzt unter Narkose durchführt.

Besser ist es also, Langhaarkatzen von klein auf an die Fellpflege durch Menschenhand zu gewöhnen. Ältere und widerspenstige Katzen sind in manchen Fällen noch mit viel Geduld und Belohnungshäppchen an Kamm und Bürste zu gewöhnen: Schritt für Schritt kann beim wohligen Kraulen eine zunächst weiche Bürste mit ins Spiel kommen, bis irgendwann – im Idealfall – die Fellpflege ohne Kratzen und Fauchen angenommen wird.

Die wichtigsten Fellpflege-Werkzeuge im Überblick

Pflegemittel Anwendungsgebiete
Breitzinkiger, langer Kamm Für das erste grobe Durchkämmen des Langhaarfells
Feinzinkiger Kamm Für das feine Durchkämmen des Langhaarfells
Weiche Drahtbürste Zur Pflege des nicht verfilzten, knotenfreien Langhaarfells
Furminator Manueller Schneidekamm zum Auslichten der Unterwolle
Stumpfe, abgerundete Schere Zum Herausschneiden von Verfilzungen und Knoten
Schermaschine Zur Teil- oder Komplettschur von Langhaarkatzen

Zur täglichen Fellpflege der Langhaarkatze gehören das Kämmen und das Bürsten, und zwar vom Kopf bis zur Schwanzspitze, wobei der Schwanz am besten nur gebürstet werden sollte, damit hier nicht zu viele Haare mitgenommen werden. Auch Bauch und Beine dürfen bei dem täglichen Rundum-Programm nicht vergessen werden. Neben verschieden langen und breiten Kämmen und Bürsten kann auch ein sogenannter Furminator zum Einsatz kommen, eine Art ganz feiner Kamm mit einer verdeckten Schneidekante, mit dem sehr gut die Unterwolle des Katzenfells ausgelichtet werden kann. Aber auch hier wieder Achtung, denn ist zu viel der Unterwolle weg, fehlt der Haut der nötige Schutz. Vorhandene Verfilzungen oder Knoten sind vorsichtig – niemals ziehen – auseinander zu zupfen und hernach auszukämmen. Ist es dafür schon zu spät, können sie auch vorsichtig herausgeschnitten werden. Da der Übergang zwischen Unterwolle und Katzenhaut häufig nicht ganz einfach zu erkennen ist, ist hierbei wirklich größte Vorsicht geboten, und Sie sollten für diesen Zweck unbedingt eine stumpfe Schere mit abgerundeten Spitzen wählen.

Und so könnte ein tägliches Langhaarkatzen-Pflege-Programm aussehen

  • Das Fell zunächst mit einem grobzinkigen Kamm vorkämmen, dabei auch das Unterfell mit erfassen; den Katzenschwanz nicht kämmen, sondern gleich bürsten.
  • Sind Verfilzungen oder Knoten zu finden, können diese entweder vorsichtig mit den Fingern auseinander gezupft und dann durchgekämmt werden, oder sie werden mit einer stumpfen Schere mit abgerundeten Spitzen vorsichtig (nicht aus Versehen in die Katzenhaut schneiden!) herausgeschnitten.
  • Mit einem feinzinkigen Kamm nacharbeiten (außer Katzenschwanz).
  • Wenn nötig, die Unterwolle mit dem Furminator etwas lichten.
  • Und zum guten Schluss die Katze noch einmal von vorne bis hinten und oben bis unten sorgfältig durchbürsten, wobei Bauch und Rücken auch ruhig einmal gegen den Strich gebürstet werden können.

Ist das Fell an manchen Stellen allzu verfilzt, dann sollten Langhaarkatzen gar nicht erst mit Kamm und Bürste traktiert, sondern die betroffenen Stellen sogleich mit einer Schermaschine geschoren werden. Diese Maschinen können im Tierbedarf selbst erworben werden, oder aber Sie fragen bei Ihrem Tierarzt nach, denn einige Tierärzte verleihen ihre Profimaschinen auch. Eine normale Haarschneidemaschine für Menschenhaare sollten Sie bitte auf keinen Fall verwenden, denn diese sind Katzenfellen einfach nicht gewachsen und würden deren Haare nur ausreißen, anstatt sie zu schneiden. Am besten ist es, Sie suchen die für Ihre Katze geeignete Schermaschine mit ihrem Tierarzt zusammen aus.

Fell scheren, worauf Sie achten sollten

  • Vor der Schur die Verfilzung immer zunächst mit einer Schere vorschneiden
  • Nur Scheren mit runden, stumpfen Spitzen verwenden
  • Keine Haarschneidemaschinen für Menschenhaar benutzen
  • Maschine und Aufsätze auf die Länge und Dicke des Katzenfells abstimmen
  • Die geeignete Maschine mit Ihrem Tierarzt zusammen aussuchen

Ein besonderes Augenmerk sollte auch dem Fell am Po der Katzen gelten, denn hier können schnell Kotreste hängen bleiben und ebenfalls lästige Knoten bilden. Manche Katzenhalter halten diese Fellpartie daher grundsätzlich kurz; aber auch das entbindet natürlich nicht von der täglichen Pflegepflicht.

In diesen Fällen ist die Fellpflege Sache des Tierarztes

  • Wenn die Katze sich nicht kämmen und bürsten lässt und das Fell mehr und mehr verknotet und verfilzt.
  • Wenn Sie bei der Fellpflege Verkrustungen, Schuppen, entzündete Hautstellen oder andere ungewöhnliche Stellen entdecken.

Ein gut gepflegtes Fell erkennen Sie daran, dass es schön glänzt und keine kahlen Stellen aufweist. Und vor allem daran, dass sich Ihre Katze in Ihrem Fell rundum wohl fühlt.

Autor dieses Artikels: Andrea

Kommentar eingeben