Erbrechen bei Katze – welche Ursachen gibt es?

09.04.2020 10:31

Auch wenn es manchmal eine etwas eklige Angelegenheit ist, wenn sich die Katze in der Wohnung übergibt, so ist es für das Tier doch häufig eine Erleichterung. Wie Husten und Niesen gehört das Erbrechen grundsätzlich zu den Schutzreaktionen des Körpers um Fremdkörper oder Krankheitserreger los zu werden. Die Reflexhandlung kann die Katze deshalb nicht kontrollieren.

Katze die erbricht

Welche Gründe kann Erbrechen bei Katzen haben?

Die Gründe für das Hochwürgen des Mageninhaltes können jedoch vielseitig und unterschiedlich schwerwiegend sein. Mögliche Ursachen dafür, dass die Katze erbricht sind beispielsweise folgende:

Haarballen nach dem Putzen des Fells:

Eine der eher harmlosen Gründe für Erbrechen bei Katzen ist das Hochwürgen von Haarballen. Katzen verwenden täglich viel Zeit für ihre Fellpflege und verschlucken dabei teilweise sehr viele Haare. Diese ballen sich im Magen zusammen und werden von der Katze anschließend wieder ausgespuckt.

Zu große Mengen verschluckter Haare können jedoch zu Verstopfungen führen und die Tätigkeit des Verdauungstraktes einschränken. Um die Menge an verschluckten Haaren zu reduzieren, ist es hilfreich, die Katze besonders während des Fellwechsels regelmäßig zu bürsten und sie so gleichzeitig bei der Fellpflege zu unterstützen.

Unverdauliche Überreste eines Beutetieres:

Katzen verschlingen ihre Beutetiere meistens im Ganzen. Die unverdaulichen Bestandteile wie Haare, Federn und Knochen werden anschließend wieder hochgewürgt und ausgespukt. Auch diese Form des Erbrechens ist bei Katzen im Grunde ein natürliches Verhalten und daher meist harmlos.

Zu schnelles Fressen von großen Futterportionen:

Schlingt eine Katze ihr Futter zu schnell herunter oder frisst zu viel auf einmal, kann dies zum Erbrechen der Futterportion führen. Meist geschieht dies dann einmalig unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme.

Um eine zu schnelle Aufnahme des Futters zu vermeiden, können Anti-Schling-Näpfe genutzt werden. Diese erschweren der Katze das hastige Fressen. Ist Futterneid die Ursache für das Herunterschlingen der Nahrung, sollten die Tiere in einem Mehrkatzenhaushalt bei der Fütterung in verschiedene Räume gebracht und die Türen geschlossen werden, bis jede Katze ihre Portion in Ruhe aufgefressen hat. Auf diese Weise geraten die Tiere nicht unter Stress, weil sie fürchten müssen, dass die andere Katze das Futter wegschnappt.

Die Verteilung der Tagesration auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag reduziert das Risiko dafür, dass sich die Katze überfrisst und dadurch erbricht.

Futtermittelallergie oder Futterumstellung:

Auch eine Allergie gegenüber einiger Bestandteile der Futterration oder eine plötzliche Futterumstellung kann bei Katzen zu Erbrechen führen.

Besteht der Verdacht auf eine Futtermittelallergie sollte mit einem Tierarzt eine Anpassung der Futterration besprochen werden.

Erbrechen durch eine Futterumstellung kann meist durch ein langsames Untermischen des neuen Futters unter das Alte vermieden werden. Der Anteil des neuen Futters an der Tagesration wird dabei nur langsam erhöht, sodass die Umstellung weniger abrupt und somit schonender für die Verdauung der Katze verläuft.

Vergiftung:

Erbrechen kann auch ein Hinweis auf eine Vergiftung sein. Neben Erbrechen können bei einer Vergiftung auch weitere Symptome wie beispielsweise Durchfall, Benommenheit, Zittern, Krämpfe oder Lähmungen auftreten.

Es gibt unter anderem viele Pflanzen, die für Katzen zu Vergiftungserscheinungen führen können. Einige für Katzen giftige Pflanzen sind hier beschrieben.

Erkrankung:

Unter anderem können beispielsweise auch eine Infektion, Störungen des Magen-Darm-Traktes, Nierenleiden, Leberkrankheiten oder eine Schilddrüsenerkrankung die Ursache für Erbrechen bei Katzen sein.

Nicht selten ist auch ein Befall mit Würmern der Grund für das Erbrechen bei Katzen. Ist das Erbrochenen weiß und schaumig, ist dies oft ein Anzeichen für einen Befall mit Band- oder Spulwürmern.

Psychische Ursachen:

Stress verursacht durch beispielsweise einen Umzug, den Verlust eines tierischen Partners oder auch Einsamkeit kann Katzen sprichwörtlich auf den Magen schlagen. So kann ein seelisches Ungleichgewicht zu Erbrechen bei Katzen führen.

Was tun wenn die Katze erbricht?

Auch wenn Erbrechen bei Katzen teilweise harmlose Gründe haben kann, sollte das Tier danach genau beobachtet werden, um gesundheitliche Probleme rechtzeitig zu erkennen. Besonders wenn die Katze ein anderes Verhalten zeigt, indem sie beispielsweise mehr als sonst schläft, nicht mehr trinkt, nicht mehr frisst, nervös und unruhig ist, sie anders läuft oder sich der Stuhlgang verändert hat, kann dies ein Hinweis auf ein ernst zu nehmendes Problem sein.

Bei Unsicherheit über den Grund des Erbrechens sollte deshalb immer ein Tierarzt aufgesucht werden. Spätestens wenn unter anderem folgende Symptome auftreten, wird dringend empfohlen, den Rat eines Tierarztes einzuholen:

  • Fieber
  • Schmerzen
  • Austrocknung
  • Entkräftung
  • glasige Augen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Bewusstseinstrübung
  • mehrmaliges Erbrechen
  • Blut im Erbrochenem
  • blasses oder gelbliches Zahnfleisch
  • die Katze versucht vergeblich zu Erbrechen
  • das Erbrochene riecht nach Fäkalien
  • es besteht der Verdacht, dass die Katze eine giftige Substanz gefressen hat
  • es besteht der Verdacht, dass die Katze einen Fremdkörper verschluckt hat

Sollte das Futter nach dem Erbrechen für einige Zeit entzogen werden?

Häufig wird empfohlen eine Katze 24 Stunden nicht zu füttern, nachdem sie erbrochen hat, damit sich die Magenschleimhaut beruhigen kann. Ist diese gereizt kann sich zudem durch die zu frühe Aufnahme von Futter eine Unverträglichkeit gegenüber des Futtermittels ausbilden. Wasser sollte bei einem Futterentzug jedoch immer zur Verfügung stehen.

Besonders für junge und alte Katzen kann es jedoch gefährlich sein, wenn das Futter über längere Zeit entzogen wird. Auch bei chronisch kranken Tieren ist ein Futterentzug unter Umständen problematisch. Bei übergewichtigen Tieren besteht zudem die Gefahr einer lebensbedrohlichen hepatischen Lipidose. Daher sollte ein Futterentzug nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt erfolgen. Dieser wird unter Umständen statt eines Futterentzuges eine magenschonende Kost für die Katze empfehlen und den Tierhalter dazu beraten.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt lediglich eine kleine Übersicht über die Thematik dar. Da Erbrechen bei Katzen ein Anzeichen für eine lebensbedrohliche Situation sein kann, ist immer der Rat eines Tierarztes einzuholen! Die hier bereitgestellten Informationen ersetzen nicht die Beratung und Behandlung der Katze durch einen Tierarzt! Dieser Text wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alle Angaben werden ohne Gewähr gemacht.

Autor dieses Artikels: Isabella

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