Ein fitter und gesunder Hund - Warum Bewegung so wichtig ist

12.04.2017 11:25

„Ein kleiner Hund braucht nicht so viel Bewegung wie ein Großer.“ Diese Aussage hört man leider sehr oft. Sie ist jedoch schlichtweg falsch! Bewegung spielt für jeden Hund eine wichtige Rolle, um gesund und geistig fit zu bleiben. Es regt Kreislauf und Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem und hält Gelenke, Sehnen, Muskeln, Knochen und Nerven intakt.

Hund in Bewegung

Wie viel Bewegung braucht mein Hund?

Wie viel Bewegung ein Hund wirklich braucht kann kaum allgemein festgelegt werden. Das optimale Bewegungsangebot muss stets individuell auf jeden Hund angepasst werden. Als Faustzahl spricht man von mindestens 2 Stunden Bewegung am Tag. Es gibt aber verschiedene Faktoren, von dem der Bewegungsbedarf eines einzelnen Hundes abhängt und die es zu beachten gilt:

  • Alter: Ein junger Hund hat natürlich mehr Energie und einen größeren Bewegungsdrang als ein alter Hund. Doch wann ist mein Hund eigentlich „alt“? Im Allgemeinen gelten kleine Hunde ab einem Alter von 12 Jahren als alt. Bei großen Hunden kann man ab 8 Jahren von einem alten Hund sprechen. Sie bevorzugen ihren Auslauf dann oft in einem gemäßigterem Tempo. Trotzdem ist regelmäßige Bewegung wichtig, um Beweglichkeit und Muskelmasse zu erhalten.
  • Ausdauer / Kondition: Ein fitter, gut trainierter und ausdauernder Hund verträgt mehr Bewegung als ein Hund, der noch am Anfang des sportlichen Trainings steht. Ausdauer muss langsam und stetig aufgebaut werden, um den Hund nicht zu überlasten.
  • Gesundheit: Der Gesundheitszustand eines Hundes spielt selbstverständlich eine große Rolle bei der Gestaltung des Auslaufs und der sportlichen Aktivitäten. Körperliche Beeinträchtigungen oder gar Schmerzen schränken jedes Lebewesen in seiner Beweglichkeit und Leistungsbereitschaft stark ein. Wie viel Bewegung diesen Hunden angeboten wird, sollte stets in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen!
  • Körperbau: Ein athletischer Körperbau lässt meist auf einen großen Bewegungsdrang schließen, da die Anlagen des Hundes für Bewegung ausgelegt sind. Als Beispiel sind hier Windhunde oder auch Huskys zu nennen. Huskys sind sogar in der Lage extrem weite Strecken zurückzulegen. Beim härtesten Schlittenhunderennen der Welt, dem „Iditarod“ in Alaska, legen die Hunde bis zu 240 km pro Tag zurück.
  • Rasse: Man sollte sich immer wieder vor Augen halten, dass alle Hunde vom Wolf abstammen. Dieser läuft in der freien Natur 20 bis 50 km am Tag! Nach der Domestikation der Wölfe wurden im Laufe der Jahre die verschiedensten Hunderassen hervorgebracht. Der Großteil dieser Hunde wurde jedoch als Arbeitstiere gezüchtet. Dazu gehören auch viele kleine Rassen wie beispielsweise der Dackel oder der Jack Russel. Ihnen liegt ein großer Bewegungsdrang in den Genen. Dies wird heute leider oftmals vergessen. Nur die wenigsten Rassen wurden als reine Begleit- und Gesellschaftshunde gezüchtet und weisen einen geringeren Bewegungstrieb auf.
  • Abwechslung: Es gibt einen großen Unterschied zwischen Bewegung und Auslastung! Ein Hund der monoton an der Leine neben einem her traben muss wird zwar bewegt, ist aber weniger ausgelastet als ein Hund, dem ein abwechslungsreiches Bewegungsspektrum geboten wird und auch seine geistige Fitness fördert und fordert.

Wie gestalte ich die Bewegung meines Hundes abwechslungsreich?

Nicht nur Menschen mögen Abwechslung im Alltag, auch Hunde freuen sich immer über neue Aktivitäten. Wechselnde Laufstrecken, verschiedene Untergründe oder auch mal Schwimmen statt Laufen. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Auch halte ich es für wichtig, dass allein gehaltenen Hunden regelmäßig die Möglichkeit geboten wird, mit Ihresgleichen spielen zu dürfen. Das bringt nicht nur Abwechslung in den Gassi-Alltag, sondern fördert auch die soziale Kompetenz Ihres Tieres im Umgang mit anderen Hunden. Wer es etwas ausgefallener mag findet vielleicht Gefallen an Hundesportarten. Schon mal was von Agility, Dogskiing, Dogdancing oder Bikejöring gehört? Hier ist mit Sicherheit für jeden etwas Passendes dabei:

http://www.vdh.de/hundesport/

Mögliche Symptome von Unterforderung und Bewegungsmangel

Aggressives Verhalten, Zerstörungswut, übermäßiger Drang zu Kauen und zu Graben, sowie permanente Suche nach Aufmerksamkeit können Anzeichen auf Unterforderung und Bewegungsmangel sein. Die Verhaltensauffälligkeiten können sich auch in hyperaktivem Gekläffe und Gejaule äußern und schwere psychische Probleme nach sich ziehen.

Folgen von Bewegungsmangel

Ein Mangel an Bewegung kann nicht nur zu Verhaltensauffälligkeiten, sondern auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Als erstes ist hier wahrscheinlich die Gefahr von Übergewicht zu nennen. Übergewicht hängt jedoch nicht allein von der sportlichen Betätigung Ihres Hundes ab, sondern wird zum Großteil durch die Fütterung beeinflusst. Weitere Probleme, die durch Bewegungsmangel auftreten können, sind Verdauungsstörungen, Gelenkentzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Folgeerkrankungen durch ein zu schwaches Herz mit schlechter Pumpleistung.

Überforderung und Überanstrengung

So wichtig auch ausreichende Bewegung und Beschäftigung ist, so schnell kann aus der Auslastung des Hundes auch eine Überlastung werden. Besonders junge Hunde kennen ihre Grenzen oftmals noch nicht und sind gefährdet, da ihr Knochenbau noch nicht ausgereift ist. Auch bei ausgewachsenen Hunden ist eine Überanstrengung manchmal schwer zu erkennen, da die Hunde erst spät Symptome zeigen. Sie versuchen auch dann noch zu laufen, wenn sie kaum noch Energiereserven besitzen oder Schmerzen haben. Deswegen ist ein schlapper oder humpelnder Hund immer ernst zu nehmen! Um dem vorzubeugen, sind Ruhepausen und ein ausreichendes Angebot an Wasser besonders wichtig.

Autor dieses Artikels: Isabella

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