Die Supernase – des Hundes bester Sinn

11.04.2018 09:20

Die Nase ist das wichtigste Sinnesorgan für einen Hund. Als sogenannte „Nasentiere“, nehmen sie ihre Umgebung überwiegend über den Geruchssinn wahr. Sie dient nicht nur der Nahrungssuche, sondern hilft auch beim Aufspüren von Partnern, Feinden und Gefahren wie zum Beispiel Feuer.

Nahaufnahme einer Hundenase
Die Struktur einer Nase ist bei jedem Hund einzigartig – wie der menschliche Fingerabdruck.

Besonderheiten der Hundenase

Die Riechschleimhaut in der Hundenase ist 150 bis 200 cm2 groß. Zum Vergleich: Die des Menschen misst gerade einmal 5 cm2. Die riesige Schleimhaut besitzt ca. 200 Millionen Riechzellen (Mensch ca. 5 Millionen).

Durch den einzigartigen Aufbau der Nase kann der Hund Gerüche um ein vielfaches intensivieren und einen einzelnen Geruch aus einer großen Menge an Gerüchen herausfiltern. Die Luft verbleibt beim Einatmen länger in der Nase als bei uns Menschen. Dadurch bleiben die Duftmoleküle länger auf der Riechschleimhaut und können analysiert werden. Ein Hund ist zudem in der Lage bis zu 300-mal pro Minute zu atmen. So werden die Reichzellen ständig mit Duftmolekülen versorgt. Die beiden Nasenöffnungen kann der Hund einzeln und unabhängig voneinander benutzen. Wölfe, die Vorfahren unserer modernen Hunderassen, können ihre Beute sogar noch aus 3 km Entfernung riechen.

Ein weiterer großer Unterschied, der den Geruchssinn des Hundes so viel besser macht als unseren, ist die Größe des Riechkolbens (Bulbus olfactorius). Der Riechkolben ist der Teil des Großhirns, welcher die Informationen, die über die Riechnerven eintreffen, verarbeitet und weiterleitet. Er macht beim Hund etwa 10% des Gehirns aus (beim Menschen nur etwa 1%).

Hunde gehören somit zu den Makrosmatikern. Wir Menschen gehören zu den Mikrosmatikern, da unser Geruchssinn nicht besonders gut ausgeprägt ist und wir uns mehr durch unsere visuelle Wahrnehmung orientieren (über den Sehsinn).

Jacobson-Organ

Hunde besitzen am Gaumen hinter den Schneidezähnen ein zusätzliches Riechorgan. Das sogenannte Jacobson-Organ (bzw. Jacobson’sche Organ oder auch Vomeronasal Organ) dient der Wahrnehmung von Pheromonen. So können Hunde die Gemütslage ihres Gegenübers feststellen oder erkennen, ob eine Hündin läufig ist.

Je nach Stimmung verströmt ein Lebewesen unterschiedliche Duftstoffe. Angst, Wut, Trauer, Freude oder Aufregung werden so übermittelt (chemische Kommunikation). Daher kommt auch der Ausdruck, dass „Hunde Angst riechen können“.

Die feine Wahrnehmung von Gefühlen ist aber mit Sicherheit auch auf die Fähigkeit der guten Beobachtungsgabe zurückzuführen. Kleinste Bewegungen und veränderte Körperhaltung werden registriert.

Einsatzgebiete der Supernasen

Wir Menschen machen uns den hervorragenden Geruchssinn des Hundes in vielen Bereichen zunutze. Sie sind uns bei der Jagd auf der Suche nach Wild behilflich, spüren Drogen, defekte Gasleitungen und Sprengstoff auf. Die Rettungshunde beim Katastrophenschutz können vermisste Personen sogar bis zu 3m unter Erde oder Schnee ausfindig machen. Deshalb sind sie bei der Personensuche nach Lawinen und Erdbeben nicht wegzudenken.

Welcher Hund riecht am besten?

Nicht alle Hunde können gleich gut riechen. Langnasige Rassen haben einen besseren Geruchssinn als Kurznasige. Tiere mit dunkel pigmentierter Nasenhaut sollen besser riechen können als Tiere mit schwach pigmentierter Nasenhaut.

Zu den besten Spürnasen mit ca. 225 Millionen Riechzellen zählen unter anderem der Deutsche Schäferhund, der Beagle, der Labrador Retriever, der Malinois oder auch Jagdhunde wie der Deutsch Kurzhaar oder der Pointer. Platz eins belegt jedoch der Bloodhound mit rund 300 Millionen Riechzellen!

Können Hunde Krankheiten riechen?

Es existiert sogar die Meinung, dass Hunde „Krankheiten riechen“ können. Wie genau dies funktioniert ist noch nicht geklärt, jedoch werden einige Hunde gezielt darauf trainiert Menschen vor einem epileptischen Anfall oder einer Blutzuckerkriese zu warnen.

Verschiedene Studien haben sogar gezeigt, dass Hunde erkennen können, ob ein Mensch Krebs hat. Die Trefferquote bei der Identifizierung von Eierstock-, Lungen-, Darm-, Blasen- und Brustkrebs lag bei über 90%!

Verlust des Geruchssinns

Verliert ein Hund seinen Geruchssinn ist dies für ihn nicht so leicht zu verarbeiten. Menschen kommen auch ohne Geruchssinn gut zurecht. Für Hunde als „Nasentiere“ ist dieser Form der Wahrnehmung jedoch essentiell. Daher sind häufig starke Wesens- und Charakterveränderungen die Folge. Das Interesse an ihrer Umgebung sinkt, sie werden lustlos und teilweise sogar apathisch.

Trockene Hundenase

Hundenasen sind im Normalfall kalt und feucht. Eine trockene oder heiße Hundenase muss jedoch nicht zwangsläufig auf eine schwere Erkrankung hindeuten. Es gibt verschiedene Gründe, warum die Nase eines Hundes zeitweise trocken oder warm sein kann:

  • Langer Aufenthalt in der warmen Sonne
  • Trockene Luft (häufig durch Heizungsluft im Winter)
  • Körperliche Anstrengung (Hunde schwitzen über die Pfoten und auch über die Nase, dadurch kann diese mal warm und mal kalt sein)
  • Sonnenbrand auf der Nase
  • Flüssigkeitsmangel

Wenn die oberen genannten Faktoren nicht zutreffen oder die Nase über längere Zeit trocken und heiß bleibt, kann dies ein Indiz für eine Erkrankung sein. Besonders wenn sie eins der folgenden Symptome erkennen, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden:

  • Fieber
  • Dickflüssiger, gelber oder dunkler Nasenausfluss (normales Nasensekret ist durchsichtig und dünnflüssig)
  • Schäumender Nasenausfluss
  • Schwäche, Lustlosigkeit, Apathie
  • Schmerzen
  • Appetitlosigkeit
Autor dieses Artikels: Isabella

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