Rassehund oder doch ein Mischling?

15.01.2019 09:11

Wenn man über den Kauf eines Hundes nachdenkt, hört man häufig den Satz, dass Mischlingshunde gesünder und robuster als Rassehunde seien. Doch stimmt das überhaupt und gibt es Vor-und Nachteile eines Mischlings und eines Rassehundes?

Gruppenbild mit verschiedenen Hunderassen

Definition Rassehund und Mischlingshund

Ein Rassehund ist ein Hund, der über mehrere Generationen von Vorfahren der gleichen Hunderasse gezüchtet wurde. Das Erscheinungsbild, das Verhalten und der Charakter sind über die verschiedenen Generationen ähnlich und lassen sich dadurch bereits im Voraus erahnen.

Die Vorfahren eines Mischlingshunds hingegen, gehören nicht der gleichen Rasse an. Weshalb man keine Sicherheit hat, welche Rassen in einem Mischling vertreten sind. Außerdem sind Mischlingshunde einzigartig denn sie können ihren Eltern vom Erscheinungsbild ähnlich sein, aber trotzdem einen anderen Charakter besitzen. Der Charakter und das Aussehen von Mischlingen ist meist sehr schwierig vorauszusagen, im Gegensatz zu Rassehunden, da man häufig nicht weiß, welche Rassen in einem Mischlingshund vertreten sind und welche Gene vererbt werden.

Sind Mischlinge gesünder als Rassehunde?

Viele Menschen vertreten die Meinung, dass Rassehunde häufiger an Krankheiten leiden als Mischlinge.

Bei manchen Rassehunden gibt es einige Erbkrankheiten, für die sie anfälliger sein können als Hunde aus einer anderen Rasse. Hier ist zum Beispiel die Hüftgelenksdysplasie (HD) zu nennen, unter der einige große Rassen leiden. Zur Reinerhaltung der verschiedenen Rassen werden Zuchtlinien oft nur innerhalb der Rasse miteinander gekreuzt. Dies kann dazu führen, dass mutierte Gene, die zu genetisch bedingten Krankheiten führen, rassespezifisch gehäuft auftreten.

Alle Rassehunde werden untersucht, um zur Zucht zugelassen zu werden. Sobald vererbbare Krankheiten oder ähnliches bei einem Hund festgestellt werden, werden diese Tiere von der Zucht ausgeschlossen, um möglichst viele gesunde Hunde der Rasse hervorzubringen. Auch wenn einige Rassehunde dazu neigen, an Erbkrankheiten zu leiden, besagt dies nicht, dass jeder Hund davon betroffen ist. Es gibt viele gesunde Rassehunde!

Bei Mischlingshunden lässt sich das Risiko für Erbkrankheiten nicht voraussagen. Mischlinge haben, durch die Kreuzung von Elterntieren aus verschiedenen Rassen, jedoch eine größere genetische Vielfalt. Viele Mischlinge zeigen dadurch eine sogenannte Kreuzungsvitalität. Die Wahrscheinlichkeit an einer Erbkrankheit zu leiden, kann durch den größeren Genpool geringer sein. Trotzdem sind Erbkrankheiten nicht vollständig auszuschließen. Selbst wenn die Elterntiere gesund erscheinen, bedeutet dies nicht, dass ihre Nachkommen es auch sein werden. Einigen Hunden sieht man einen Genfehler äußerlich nicht an. Sie sind lediglich Anlageträger und erscheinen gesund. Werden zwei Anlageträger verpaart, kann der Genfehler bei ihren Nachkommen jedoch sichtbar werden. Diese Tiere werden Merkmalsträger genannt.

Heutzutage kann durch verschiedene genetische Tests festgestellt werden, ob es wahrscheinlich ist, dass ein Hund eine Erbkrankheit entwickelt.

Vorteile des Rassehundes

Die Vorteile eines Rassehundes sind natürlich, dass das Aussehen vorausgesagt werden kann und auch die Charaktereigenschaften lassen sich erahnen. So kann man bereits vor einem Hundekauf eine grobe Entscheidung treffen, was für ein Hund die Familie in der Zukunft bereichern soll.

Beispiel: Australian Shepherd

Australian Shepherds wurden beispielsweise für die Hütearbeit gezüchtet, weshalb sie viel Beschäftigung und Auslastung benötigen. Um dieser Hunderasse gerecht zu werden, sollte man eine sehr aktive Familie sein, da ein einfacher Spaziergang in diesem Falle nicht ausreichen würde. Der anspruchsvolle Hundesport Agility wäre hier eine gute Möglichkeit, um den Hund auszulasten.

In der Hundeerziehung sollte der Besitzer sehr konsequent sein, da die sensiblen Australian Shepherds sehr intelligent sind, lernen sie sehr schnell die Schwachstellen des Herrchens gekonnt einzusetzen.

Man sollte für eine ausgewogene körperliche und geistige Beschäftigung sorgen, um einen zufriedenen Hund zu bekommen.

Beispiel: Labrador

Labradore gehören zu den beliebtesten Familienhunden. Ideal ist es natürlich, dass sie sehr freundlich im Umgang mit Kindern sind. Hinzukommend bemühen sie sich dem Besitzer zu gefallen und sind im Umgang sehr geduldig und ausgeglichen.

Natürlich möchte auch der Labrador mit langen Spaziergängen und Apportierspielen oder ähnlichem beschäftigt werden.

Nicht jedoch in dem Umfang wie ein Australian Shepherd. Eine sportlich, aktive Familie könnte für einen Australian Shepherd das richtige Zuhause sein, wenn die einzelnen Familienmitglieder bereit dazu sind viel Zeit mit dem Hund zu verbringen und ihn ebenfalls zu fordern. Wenn die Familie jedoch einen ausgeglichenen Familienhund sucht, wäre der Labrador eventuell die bessere Wahl.

Es zeigt sich, dass je nachdem nach welchen Eigenschaften man in einem Hund sucht, die Rasse ein großes Auswahlkriterium sein kann und ein Rassehund der Familie eine etwas höhere Sicherheit über Charaktereigenschaften und dem Aussehen bieten kann, gegenüber den Mischlingen.

Denn bei diesen kann man sich nicht so sicher sein, wie sich der Charakter und das Aussehen des Hundes entwickelt.

Vorteile des Mischlingshundes

Das Erscheinungsbild eines Mischlings ist meist einzigartig und das Tier hat ein einmaliges Aussehen, was es mit hoher Wahrscheinlichkeit kein zweites Mal geben wird. Häufig sind Mischlinge preislich günstiger als ein Rassehund, was ebenfalls als Vorteil betrachtet werden könnte.

Außerdem können sich die Vorteile von zweier oder mehr Rassen vereinen lassen. So könnte man bei einer Kreuzung des Labradors und des Australian Shepherds einen geduldigen, intelligenten und verspielten Mischling mit einem tollen Aussehen bekommen.

Mischlingshund auf einer Wiese

Vor einem Hundekauf sollte man sich jedoch vergewissern, ob man lieber einen Rassehund als neues Familienmitglied begrüßen will, wenn man z.B. einen bestimmten Hundesport gezielt betreiben möchte, oder doch lieber einen vielfältigen Mischling.

Je nach Rasse, können die Anschaffungskosten für einen Rassehund, im Vergleich zum Mischling, teilweise jedoch etwas teurer ausfallen.

Es lässt sich nicht verallgemeinern, dass Mischlinge die gesünderen Hunde sind. Sie neigen häufig nur nicht so stark dazu an Erbkrankheiten zu leiden. Jedoch bleiben auch Mischlingshunde nicht vor dem Besuch beim Tierarzt verschont.

Letztendlich ist jeder Hund einzigartig und kann das Leben von uns Menschen bereichern ganz egal ob es ein Rassehund oder ein Mischling ist.

Autor dieses Artikels: Gastbeitrag

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