Gassi gehen im Dunkeln: Sicherheit für Hund und Halter

11.10.2017 07:05

Wenn die Tage wieder kürzer werden, findet der abendliche Spaziergang mit dem Hund wieder im Dunkeln statt. Dies ist für Tierhalter und Hunde nicht nur wegen der geringeren Sichtweite lästig, sondern kann sogar gefährlich werden!

Nicht selten werden Hunde im Dunkeln von Auto- oder Radfahrern übersehen. Besonders kleine Hunde mit dunklem Fell verschwinden bereits bei einsetzender Dämmerung im grauen Licht. Deshalb ist eine auffällige Ausrüstung von Hund und Halter sehr wichtig, um Unfälle zu vermeiden!

Hund und Halter beim Spazierengehen im dunklen Wald
Ohne leuchtende Ausrüstung heben sich Hund und Halter kaum von der Umgebung ab und sind für andere Verkehrsteilnehmer kaum zu erkennen.

Die richtige Ausrüstung

Die Vielfalt an Sicherheitsausrüstung für Hunde hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Von reflektierenden Halsbändern und Leinen bis hin zu richtigen Warnwesten für Hunde ist alles mit dabei. In Sachen Sicherheit heißt es hier wirklich mal: Viel hilft viel! Besonders bei langhaarigen Hunden sind große reflektierende Flächen zu empfehlen, die vom langen Fell nicht so schnell verdeckt werden können.

Neben den reflektierenden Produkten gibt es auch eine große Auswahl an selbstleuchtenden Artikeln. Diese sind besonders praktisch, um zu erkennen wo der Hund sich aufhält, wenn er im Dunkeln frei herumläuft. Hier ist es jedoch ratsam nicht auf blinkende, sondern auf dauerhaft leuchtende Halsbänder oder Anhänger zurückzugreifen. Das blinkende Licht im Sichtfeld des Hundes kann diesen sonst zu stark irritieren.

Für jeden Hund lässt sich die richtige Ausstattung finden. Wichtig ist vor allem die behutsame Gewöhnung an die vielleicht ungewohnten, leuchtenden Accessoires.

Natürlich sollte nicht nur der Hund, sondern auch der Hundehalter im Dunkeln gut zu erkennen sein. Auffallende helle Kleidung und eine Leuchtweste sind ebenso ratsam, wie eine Taschenlampe. Mit dieser könnt Ihr nicht nur den eigenen Weg besser erkennen, sondern auch herannahende Fahrzeuge auf Euch aufmerksam machen. Auch zum Einsammeln der Hinterlassenschaften des Hundes erweist sich eine Taschenlampe im Dunkeln als äußerst nützlich. Wenn Ihr beide Hände frei haben möchtet könnt Ihr auch auf eine praktische Kopflampe zurückgreifen.

Sichtbarkeit = Sicherheit

Das richtige Verhalten

Die wichtigste Regel beim Gassi gehen im Dunkeln ist wohl die Leinenpflicht! Sie ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber zumindest in Bereichen mit starkem Verkehr sollte der Hund nicht frei herumlaufen! Autofahrer entwickeln bei wenig Licht einen Tunnelblick und nehmen Personen und Tiere am Wegesrand nur sehr schlecht wahr.

Die Leine ist ebenfalls wichtig um zu vermeiden, dass der Hund in der Dunkelheit nicht unbemerkt etwas vom Boden frisst. Auch der Jagdtrieb wird so unter Kontrolle gehalten. Zwar sehen auch Hunde im Dunkeln schlechter, ihr Geruchssinn und ihr Gehör sind jedoch nicht eingeschränkt. Wir Menschen bekommen ohne unseren Sehsinn jedoch nicht mit, wenn sich Wild in unserer Nähe aufhält und können vielleicht nicht schnell genug reagieren.

Zudem kann sich das Verhalten eines Hundes bei Dunkelheit stark verändern und ist nicht mehr so leicht vorherzusehen wie sonst. Mülltonnen oder Fahrräder werfen lange Schatten, die einen Hund verängstigen können oder Fußgänger kommen einem im Winter dick angezogen mit in den Taschen versenkten Händen entgegen und werden als Bedrohung wahrgenommen. Auch Artgenossen, die in der Dunkelheit ebenfalls mit Leuchtausrüstung ausgestattet sind, können von einigen Hunden nicht gleich richtig eingeschätzt werden.

Auch wir Menschen sind bei Dunkelheit oft ängstlicher und wachsamer. Diese innere Nervosität überträgt sich leicht auf den Hund. Sollte dies der Fall sein, ist es ratsam mit anderen Hundehaltern Gassi-Gruppen zu bilden und gut ausgeleuchtete Strecken zu wählen. Straßen ohne separatem Gehweg sollten gemieden werden.

Unfällen richtig vorbeugen

Durch das konsequente Führen des Hundes an der Leine lassen sich viele Unfälle bei Dunkelheit vorbeugen. Wir können so als Halter dafür Sorge tragen, dass unser Hund nicht unbemerkt auf die Straße läuft. Wenn uns andere Fußgänger begegnen können wir vermeiden, dass diese sich durch den plötzlich in der Dunkelheit auftauchenden Hund erschrecken und stürzen. Sollte es dennoch einmal zu einem Unfall kommen, ist es ratsam eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung zu haben. Dabei sollte jeder Hundebesitzer darauf achten, dass auch die Absicherung Dritter enthalten ist (Hundesitter, Freunde, Familie).

Gassi gehen bei schlechtem Wetter

Herbst und Winter bedeuten nicht nur weniger Tageslicht, sondern häufig auch schlechtes Wetter. Lasst Euch davon nicht abschrecken!

Regen und Schnee haben auch ihre Vorteile: Ihr könnt mit Eurem Hund Orte erkunden, die Ihr sonst vielleicht meidet, weil sie zu stark besucht sind. Überfüllte Stadtparks sind in diesen Monaten meist sehr leer und bieten eine riesige Spielfläche für Euren Liebling.

Um Euren Hund zu motivieren auch bei schlechtem Wetter mit raus zu gehen, könnt Ihr ein Spielzeug mitnehmen um den Spaziergang interessanter zu gestalten! Wichtig ist, den Ausflug durch das graue Wetter positiv zu gestalten und Spaß zu haben. Als Kinder war das Spielen im Regen und Schnee doch meistens auch das Beste. Hauptsache immer in Bewegung bleiben, um nicht auszukühlen!

Wer nun allzu wetterscheu ist, sollte sich eine gute Regenausrüstung zulegen. Eigentlich gibt es gar kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung! Eurem Hund reicht sein dichtes Fell bei schlechtem Wetter meist völlig aus. Für alte oder besonders empfindliche Hunde mit dünnem Fell, gibt es jedoch spezielle Hunde-Regenjacken.

Tipp: Rubbelt Euren Hund nach dem Spaziergang gründlich mit einem Handtuch trocken und belohnt Euch nach dem Spaziergang mit einem gemütlichen, warmen Platz im Haus. Vielleicht mit heißem Kakao für Euch und einem Kauknochen für Euren Liebling?

Hunde bei schlechtem Wetter
Auch ein Spaziergang mit dem Hund bei schlechtem Wetter kann Spaß machen.

Checkliste für den Spaziergang bei Dunkelheit

  • Reflektierende und leuchtende Ausrüstung für Hund und Halter
  • Taschenlampe / Kopflampe
  • Leinenpflicht
  • gut beleuchtete Wege
  • Gassi-Gruppen
  • verändertes Verhalten des Tieres beachten
  • Tierhalter-Haftpflichtversicherung
  • wetterfeste und möglichst helle Kleidung
  • Spaziergänge bei schlechtem Wetter positiv gestalten
Autor dieses Artikels: Johanna

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