Hunde im Frühling – von A wie Allergie bis Z wie Zecke

27.02.2019 14:55

Jede Jahreszeit bietet Besonderheiten, auf die sich Hundebesitzer einstellen müssen. Wie es im Sommer die Hitze und im Winter das Streusalz ist, birgt auch der Frühling einige „Tücken“. Einige Dinge, die auf Hundehalter im Frühling zukommen, sind im Folgenden kurz erläutert.

Hund zwischen Narzissen

Allergie

Wenn im Frühling die Natur wieder zum Leben erwacht und die ersten Pflanzen blühen, ist der Pollenflug für viele Menschen ein Problem. Auch Hunde können im Frühling an einer Pollenallergie leiden. Ob und auf was der Hund allergisch reagiert, kann ein Tierarzt mit einem Bluttest herausfinden.

Brut- und Setzzeit

Die Brut- und Setzzeit geht im Allgemeinen vom 1. April bis zum 15. Juli. In einigen Regionen kann sie jedoch auch früher beginnen. In diesem Zeitraum brüten viele Vögel (Brutzeit) und das sogenannte Haarwild, wie z.B. Rehe, bringen ihre Jungen zur Welt (Setzzeit). In der Brut- und Setzzeit haben Hundehalter gegenüber ihren Tieren deshalb eine besondere Aufsichtspflicht, damit die Tiere nicht gestört werden. Teilweise gibt es sogar Leinenzwang.

Auf jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass Hunde dem tierischen Nachwuchs und den Elterntieren nicht zu nahe kommen. Dieser Grundsatz gilt eigentlich sogar über den Brutzeitraum hinaus. In der Nähe von Gewässern sind im Frühling beispielsweise oft kleine Entenküken anzutreffen. Besonders bei Hunden mit starkem Jagdtrieb ist hier dann Vorsicht geboten.

Fellwechsel

Alle Jahre wieder, steht im Frühling bei Hunden wieder der Fellwechsel an. Das Ablegen des Winterfells kann schon mal 6-7 Wochen dauern. Haarige Zeiten also für den Hundebesitzer.

Durch ausgiebiges Bürsten und Kämmen des Fells kann der Hund beim Fellwechsel unterstützt werden und hilft dabei, die Fell-Flut, die sich in der Wohnung verbreitet, einzudämmen. Gleichzeitig erhält der Hund beim Bürsten eine angenehme Massage, die die Durchblutung der Haut fördert.

Geht der Fellwechsel mit trockener Haut und daraus resultierendem Juckreiz einher, kann noJuck noSchupp milde Hautformel eingesetzt werden, um die Haut zu beruhigen und den Juckreiz zu lindern. Auch Hautschuppen werden durch das Pflegeöl sanft abgelöst und möglicherweise im Fell befindlichen Ektoparasiten, wie Haarlingen oder Milben, auf diese Weise gleichzeitig die Nahrungsgrundlage entzogen.

Frühlingsgefühle

Sonnenlicht und Wärme lässt die Lebensgeister wieder erwachen. Dies geht auch den Hunden nicht anders. Durch die gesteigerte Zahl der Sonnenstunden wird die Produktion von Melatonin, das sogenannte „Schlafhormon“, zurückgefahren. Stattdessen wird nun vermehrt das Hormon Serotonin gebildet. Dies suggeriert dem Körper, die Aktivität zu steigern. Kreislauf, Stoffwechsel und Durchblutung werden angeregt. Die Hunde werden allgemein wieder wacher, agiler und unternehmungslustiger.

Frühling ist aber auch die Paarungszeit für Tiere. Wenn die Hündinnen läufig werden, gerät der ein oder andere Rüde schon mal außer Rand und Band. Hier müssen Hundebesitzer verstärkt darauf achten, dass es ihre Hunde nicht andere belästigen oder es sogar zu einer ungewollten Paarung kommt.

Hund rennt mit Stöckchen im Maul
Energieschub im Frühling: Sobald die Sonne wieder scheint, werden viele Hunde wieder unternehmungslustig.

Frühjahrsmüdigkeit

Nicht bei jedem Hund setzen die oben beschriebenen Frühlingsgefühle sofort ein. Bei einigen Tieren ist eher eine Frühjahrsmüdigkeit zu beobachten. Sie sind träge und schläfrig.

Wenn der Melatoninspiegel im Organismus noch sehr hoch ist und durch fehlende Sonnenlichtzufuhr nicht ausreichend Serotonin gebildet wird, bleibt der Körper im „Ruhemodus“. Nach einem langen und dunklen Winter ist der „Serotoninspeicher“ schon mal leer und wird erst wieder durch einen regelmäßigen Aufenthalt des Körpers in der Sonne wieder „aufgefüllt“.

Wird im Winter zusätzlich die körperliche Aktivität herabgesetzt, weil es einen an dunklen, regnerischen Tagen eher rein vor den Kamin zieht als nach draußen, fehlt im Frühling die Kondition. Ein paar Pfunde mehr auf den Rippen, durch die weniger aktive Zeit, machen einen Hund zusätzlich noch ein bisschen träger. Der Fellwechsel stellt zudem eine Belastung für den Stoffwechsel dar und „raubt“ dem Hund etwas von seiner Energie.

Um der Frühjahrsmüdigkeit entgegen zu wirken, hilft Bewegung an der frischen Luft, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Das Sonnenlicht vermindert die Produktion vom Hormon Melatonin und fördert die Bildung von Hormon Serotonin, welches wie ein „Stimmungsaufheller“ wirkt.

Giftige Pflanzen

Viele der sogenannten „Frühblüher“ sind für Hunde giftig. Dazu zählen unter anderem Tulpen, Narzissen und Maiglöckchen. Daher müssen Hundebesitzer hier besonders gut aufpassen, dass keine dieser Pflanzen gefressen wird.

Einige Hunde knabbern auch gerne am frischen Gras, welches ebenfalls im Frühling wieder zu sprießen beginnt. Mögliche Gründe, warum Hunde Gras fressen, werden in diesem Blogbeitrag erläutert: „Warum frisst mein Hund Gras?“

Insekten

Sobald die Temperaturen wieder steigen, sind auch wieder viele Insekten unterwegs. Besonders junge, neugierige Hunde, spielen gerne mit den kleinen, krabbelnden oder fliegenden Wesen.

Stechinsekten wie beispielsweise Bienen und Wespen können, wenn sie verschluckt werden und im Rachenraum zustechen, jedoch zur lebensbedrohlichen Gefahr werden. Schwillt die Luftröhre zu, kann akute Atemnot die Folge sein und im schlimmsten Fall zum Ersticken führen.

Aus diesem Grund sind neugierige Hundenasen möglichst von diesen Insekten fern zu halten.

Konditionsaufbau

Auch während der kalten Jahreszeit geht es zum Spazierengehen vor die Tür. Vielleicht aber nicht immer so lange und ausgiebig wie an warmen, sonnigen Tagen.

Damit der Frühling kein „Kaltstart“ wird, sollte die körperliche Aktivität langsam gesteigert werden. Auch wenn die Sonne zu einer langen Radtour gemeinsam mit dem Hund einlädt, sollte die Strecke nicht gleich viel länger sein, als die Strecke die im Winter für gewöhnlich zurückgelegt wurde. Die Kondition des Hundes (und vielleicht auch die des Hundebesitzers) könnte möglicherweise noch nicht ausreichen.

Zecken

Frühlingszeit ist auch Zeckenzeit. Mit Beginn des Frühlings bis hin in den Spätherbst sind die kleinen Blutsauger unterwegs, da sie ein feuchtwarmes Klima bevorzugen. Zecken halten sich besonders gerne an Gräsern auf. Ein Hund streift diese im Vorbeigehen vom Grashalm ab und die Zecke verbeißt sich in der Haut. Da diese Parasiten Krankheiten übertragen können, ist Vorsicht geboten.

Mehr zum Thema Zecken gibt es in diesem Blogbeitrag: „Zecken – wo leben sie und warum sie so gefährlich sind“

Autor dieses Artikels: Johanna

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