Ein Appell an die Zahnpflege für Hunde

20.09.2016 11:20

Auch wenn es zugegebenermaßen schönere oder vielleicht interessantere Themen gibt: der Zahnpflege und Hygiene unserer vierbeinigen Lieblinge sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Als Hundebesitzer beachten wir so viele Dinge, das richtige Futter, der optimale Zeitpunkt zum Gassi gehen, wann, wie oft, wieviel Bewegung ist artgerecht, wieviel Sonne schadet unserem Hund und es gibt sogar ein Erstlings-Welpen Set plus Hinweise für die Gewöhnung in der neuen Familie. Kurz gesagt: Themen über Themen. Doch die Zahnpflege ist, zumindest ist das mein Empfinden, noch nicht unbedingt zur alltäglichen Routine geworden, oder wie viele Besitzer können die Frage nach Hundezahnpasta und Zahnbürste oder einen Fingerling für die Zahnpflege beim Hund mit Ja beantworten...?

Ist Zahnpflege bei Hunden notwendig?

So oder so ähnlich wurde meine Großmutter auf dieses Thema reagieren. Stolze 91 Jahre alt, Ihr Leben lang selbst Hundebesitzerin, ja früher sogar Züchterin. So gesehen hat sich in den letzten Jahren dann doch einiges getan.
Ohne eine regelmäßige Reinigung lagern sich die Speisereste im Maul des Hundes ab. Infolgedessen können sich die Bakterien unaufhaltsam vermehren und neben Mundgeruch, im weiteren Verlauf zu Zahnfleischentzündungen, wenn auch selten Karies, Parodontose bis hin zu freiliegenden Zahnwurzeln und geschädigte Kieferknochen führen.

Mit freundlicher Unterstützung von www.erste-hilfe-beim-hund.de

Eine detaillierte Anleitung für die Zahnpflege beim Hund, findet Ihr dort ebenfalls.

Zahnprobleme und Schmerzen beim Hund erkennen

Unsere Hunde können uns leider nicht verbal mitteilen, dass sie unter Zahnschmerzen leiden und so besteht die Gefahr, dass sie lange und still ihre Schmerzen erdulden. Aufmerksame Herrchen und Frauchen beobachten oftmals eine Wesensveränderung ihres Vierbeiners, ohne jedoch die genaue Ursache zu kennen. So sollte die tägliche Kontrolle durch uns ebenso selbstverständlich sein, wie die regelmäßige Inspektion durch den Tierarzt. 

Erste Symptome für Zahnprobleme beim Hund

  • Schlechter Atem
  • Verändertes Kau-/Fressverhalten
  • Zahnfleischrötung und Zahnfleischentzündungen
  • Verfärbungen bzw. Beläge der Zähne (Zahnstein)
  • Zahnausfall

Weitere Erkrankungen innerer Organe, wie z.B. Niere, Leber und Herz können entstehen, da die Bakterien diese über die Blutbahn erreichen. Gleichzeitig wird das gesamte Immunsystem geschwächt.

Grund genug umzudenken und die Zahnbürste in die Hand zu nehmen

Sofern unsere Welpen nicht schon von Beginn an mit Zahnbürste, Fingerling und Co vertraut gemacht worden sind, sollte man trotz aller Euphorie behutsam sein und sich dem neuen Ritual vorsichtig nähern. Vorausgehen sollte eine Inspektion des Hundemauls, um zu prüfen, ob alles in Ordnung ist. Denn hat unser Vierbeiner womöglich schon Entzündungen oder gar Zahnschmerzen, wird er dieses mit der Zahnbürste in Verbindung bringen, was dann natürlich alles andere als förderlich ist.
Wie bei unseren Kindern auch: es klappt nicht immer und sofort, so schön es in der Literatur auch dargestellt werden mag, so sollte die Atmosphäre stets entspannt und spielerisch sein. Hier heißt das Zauberwort dann wohl auch Geduld. :)

Gibt es besonders anfällige Hunderassen?

In der Literatur werden einige Hunderassen wie beispielsweise Malteser oder Dackel genannt, also eher kleinere Hunderassen mit eng stehenden Zähnen oder der Neigung zu Zahnfehlstellungen, da sich Futterreste so am ehesten anlagern können. Des Weiteren sprechen Experten auch von Rassedispositionen, wenn davon ausgegangen wird, dass bestimmte Hunderassen aufgrund ihrer Abstammung eher zu Zahnerkrankungen neigen…grundsätzlich kann es jedoch jede Rasse unabhängig ihrer Größe treffen- im Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu…

Artgerechte Ernährung und Leckerlis für Hunde

Die Hunde meiner Oma bekamen natürlich ständig Süßigkeiten. Ist ja so gemütlich, aber natürlich nicht gesund. Momentan wieder viel diskutiert: das Barfen. Die  Entscheidung zur Ernährungsauswahl sollte mit dem Haustierarzt besprochen werden. Sie nimmt sicherlich Einfluss auf die Gesunderhaltung der Zähne unseres Hundes.
Durch zuckerfreie, naturbelassene Kaumaterialien entsteht in Verbindung mit dem Speichel ein natürlicher Abrieb, ähnlich verhält es sich mit Trockenfutter. Gleichzeitig dienen Kaubewegungen unseren Hunden zur Entspannung, Glückshormone werden ausgeschüttet, also absolut wünschenswert!


Wir freuen uns auf Eure Erfahrungen und gerne auch Bilder in voller Aktion, die anderen Mut machen und zur Zahnhygiene animieren! In diesem Sinne, alles Gute wünscht Euch Stephanie


Auf folgender Seite informiert eine Fachtierärztin für Zahnheilkunde rund um das Thema:

Autor dieses Artikels: Stephanie

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